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Photos © Konstanze Winkler
SCHÖNHEIT UND ÄSTHETIK

19. Orientalisches Festival Europas
von Leyla Jouvana und Roland

von Marcel Bieger

ABEND GALA

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Mal komisch, mal launig, mal tänzerisch und mal romantisch führt das Moderatoren-Paar durch die Show: die ewig bezaubernde und charmante Seetha und an ihrer Seite der Possenreißer Louis.
Natürlich dürfen die „Bellydancers of the World“ die Bühne nicht wieder verlassen, ohne das Stück noch einmal vorzuführen, das ihnen den ersten Platz eingetragen hat:

Zafirah mit ihrer Voi-Poi-Nummer, Queenie mit einem klassischen Raks Sharki und Maya Sapera mit ihrem indischen Sieges-Titel.
Nach der Pause rufen die Moderatoren eine Auswahl der Wettbewerbs-Siegerinnen auf die Bühne und überreichen ihnen
den Pokal.
Das Moderatorenpaar hier mit Jana Schlender, der Gewinnerin in der Kategorie Kinder/Jugendliche
Jetzt wird aufgeräumt. Die „Putza Colona“ (sämtlich verkleidete Mitglieder des Ensembles und der Projektgruppe) marschiert mit Eimern, Besen, Feudeln und Putzlappen herein, um gründlich durchzuwischen. Oder um Schabernack zu treiben. Oder um mit dem Publikum zu spielen. Oder um – mehr schlecht als recht und auch nicht sonderlich synchron – zu tanzen (natürlich absichtlich!) Deshalb bleibt bei dieser urkomischen Nummer kein Auge trocken, und so etwas oder etwas Ähnliches oder etwas ganz Neues möchte man unbedingt in den folgenden Jahren zum festen Programmteil erhoben wissen.
Silvia Salamanca ist nun zum zweiten Mal auf der Bühne, und als läge ihr Auftritt in der ersten Halbzeit Wochen zurück, hat sie schon wieder ausreichend Kraft und Energie aufgetankt. Ein weiterer Flamenco Fusion beweist, wie viel Ursprünglichkeit und Ungezähmtheit in ihr steckt. Diesmal spielt sie zwischendrin gern mit ihrem langen Rock und albert auch wieder vergnügt mit dem Publikum. Wo nimmt sie diese Reserven her?
Guo Wei ist selbstredend in der zweiten Hälfte ebenfalls dabei, und er beweist nun, daß er auch gefühlvoll tanzen kann. Zu modern verpopter chinesischer Folklore läßt er den Fächer- schleier schweben. Aber dabei bleibt es nicht, denn jetzt folgt chinesische Trommelmusik, und der muskulöse Tänzer zeigt sich von seiner akrobatischsten und artistischsten Seite, diesmal mit einem Kampffächer als Requisit. Mögen auch die Klänge und Bewegungen sich uns nicht gleich erschließen, die Botschaft von Lebensfreude und Tatendrang teilt sich uns allen mit.
Der US-Stargast Mira Betz muß natürlich auch ein zweites Mal auf die Bühne und zeigt einen Zigeunertanz. Erneut erweist sie sich als Meisterin der Zwischentöne, denn die musikgebende Geige und Miras tanzgebender Körper verschmelzen zu einer Einheit, so als könnte die eine sich nicht ohne die andere mitteilen, so als seien beide ohne die andere weniger als die Hälfte.
Wer glaubt, noch mehr Höhepunkte könne es nicht geben, liegt so etwas von falsch: Nadia Nikischenko steht noch mit ihrem zweiten Auftritt aus. Bringen andere Künstler lediglich ein neues Stück mit, so hat dieser russische Star stets mehrere im Gepäck, und dies nicht Variationen eines Themas, sondern ganz verschiedene Beiträge. Im Solo erzählt sie uns eine der klassischen unglücklichen Liebesromanzen der Weltgeschichte – Marcus Antonius und Kleopatra. Zunächst sehen wir „ihn“, wie er sich der Feinde erwehren muß und schließlich unterliegt. Im Daliegen entledigt sich Nadia der Rüstung und des Helms und steht als Kleopatra wieder auf. Natürlich gibt es dazu Pharaonen-Trippelschritte, aber auch Trommelsolo, eben die typische Nadia-Mischung.
Und nun dürfen wir Mohamed Shahins weltberühmten Tanura bewundern. Seine Interpretation dieser alten Kunstform ist modern, bunt und spektakulär. Während andere mit den traditionellen Drehungen eine mystische Stimmung erzeugen und dazu von den Zyklen des Lebens und den Menschen innewohnenden göttlichen Kräften erzählen, versetzt Mohamed den Tanura in die heutige Zeit, und das gekonnt, durchdacht und atemberaubend. Wenn auf seinen Gewändern tausend und mehr Lämpchen aufleuchten, fällt wohl jedem im Saal vor Staunen der Unterkiefer herab
Zum Schluß versammelt Leyla Jouvana ihre gesamte Projektgruppe nebst Ensemble auf der Bühne und taucht uns in ein Windkraftwerk von Fächerschleiern und Schleiern. Dabei bleibt keine Künstlerin auf der Stelle stehen, es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen, wohlchoreographiert und sauber ausgeführt. Aus diesem bunten Treiben entwickelt sich ein Stocktanz, der die ganze Bühne in ein Panorama von einzelnen Gruppenfiguren verwandelt.
Wieder haben wir ein Festival der allerersten Güte erlebt, und man wagt noch gar nicht sich auszumalen, was uns beim nächsten Mal, dem runden Geburtstag des OFE alles erwarten mag.
Homepage: www.leyla-jouvana.de
Seetha & Louis, das Moderatoren Duo
Zafirah (Kanada)
Queenie (Belgien)
Maya Sapera (Belgien)
Leyla Jouvanas Ensemble und die Projektgruppe als "Putza Colona"
Guo Wei (China)
Silvia Salamanca (Spanien/USA)
Guo Wei (China)
Mira Betz (USA)
Nadia Nikischenko (Russland)
Nadia
Mohamed Shahin (Ägypten)
Leyla Jouvana mit Ensemble und Projektgruppe