Fotos 2, 3 und 5 (c) by Nea's Tribal,
Fotos 1 und 4
= © BellyFusions 2009 - Nea's Tribal - Eric Perney mit Genehmigung des BellyFusionsTeams
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WENN EIN GANZER STAMM AUF REISEN GEHT

Nea’s Tribal auf dem Bellyfusions Festival in Paris 24./25. Januar 2009

- von Petra Kaiser

Nea’s Tribal ist einer der quicklebendigsten Stämme des Landes und feiert in diesem Jahr (2009) sein Zehnjähriges. Spaß, Harmonie und Freude am gemeinsamen Tanz bestimmen ihr Beisammensein, wie jeder leicht feststellen kann, der sie einmal erlebt. Daß ihr Jubiläumsjahr mit solch einem Paukenschlag eingeläutet wurde, kam sicher nicht unverdient. Lest den folgenden Bericht auch zwischen den Zeilen, dann versteht ihr, was das ganz besondere Gefühl ausmacht, bei Nea’s Tribal zu tanzen. Wir werden sicher noch eine Menge von ihnen hören ...

Nea‘s Tribal aus Dillenburg nahm am Bellyfusions Festival in Paris vom 24. – 25. Januar 2009 teil. Das Festival wurde von Julie de Saint Blanquat – Tänzerin und Dozentin für orientalischen Tanz, Tribal Style und Tribal Fusion – veranstaltet. Es war das erste Festival dieser Art in Paris. Großen Wert legte die Veranstalterin darauf, daß jede gezeigte  Performance orientalischen Tanz im Fusionsstil, also mit anderen Einflüssen, zeigte.

Die Teilnahme am Bellyfusions Festival wurde u. a. im tribe.net (www.tribe.net) - eine weltweite Plattform für Gruppen aller Art) international ausgeschrieben. Djeynée, eineTänzerin und Dozentin aus Nimes/ Frankreich machte uns darauf aufmerksam. Wir wählten sorgfältig Text, Fotos und Videoclips für unsere Bewerbung aus. Aus den 70 Bewerbungen entschied sich das Bellyfusion Team für 14 Bewerber als Performer für die Abendshow und Dozenten für die Workshops.  Für uns sprach unsere Art, Tribal Style Dance zu präsentieren, also das Gesamtpaket von Musik, Bewegungen und die prächtigen Kostüme.
So bald wir unsere überschwengliche Freude über die Teilnahme wieder in vernünftige Bahnen gelenkt hatten, ging es ans Arbeiten, und unser aufregendes Jahr 2009 konnte endlich beginnen. ATS (American Tribal Style) und Mittelaltermusik standen auf dem Programm für Paris. Daß wir mit ATS improvisieren, war und ist für uns nichts Neues – aber bei einer internationalen Show als Vertreter für Deutschland dabei zu sein, das hieß doch alle Kräfte zu mobilisieren, damit die Improvisation auch abwechslungsreich und professionell gelingen würde.

Unsere Stammesschwester Kirfa kümmerte sich um die Flug- und Hotelbuchungen und stellte in liebevoller Kleinarbeit für alle Stammesmitglieder eine Mappe mit den wichtigsten Informationen rund um das Festival und Paris zusammen.

Schon der Mailkontakt mit Julie de Saint Blanquat ließ vermuten, daß das Festival in Paris sehr professionell organisiert wurde. Alle Fragen wurden beantwortet, und es wurde uns ein persönlicher Kontakt in Paris – Amélie – zur Verfügung gestellt. Für die Buchung von Flug und Hotel waren wir auf uns selbst gestellt, aber dafür konnten wir uns ja voll auf unser „Reisebüro Kirfa“ verlassen.

Am 23.1.09 trafen wir uns, verstärkt von 2 männlichen Stammesbegleitern, voller Vorfreude am Flughafen Frankfurt, um unsere Reise nach Paris anzutreten. Dabei war das schon ein Abenteuer, denn genau an dem Tag hatte der Winter beschlossen in einigen Regionen wieder Einzug zu halten, und so war bis zur letzen Minute unklar, ob alle Stammesfrauen den gebuchten Zug erreichen würden. Unter erleichtertem Hallo trafen aber alle aus allen Richtungen am Flughafen ein. Nachdem wir im Flugzeug von Air France laut Durchsage unsere „Gebäckstücke“ unter den Sitzen verstaut hatten, breitete sich eine erwartungsvolle Stille aus.  Die Fahrt am Boden von Frankfurts großem Flughafen erschien uns länger als der eigentliche Flug. Das erste Abenteuer wartete dann am Flughafen Paris auf uns „Und wie kommen wir nun zu unserem Hotel?“

Fotosession am Flughafen

Auch hier erwies sich unsere Stammesschwester Kirfa als wahres Organisationstalent, zumal sie einige Wochen zuvor bereits Paris erkundet hatte. Mit Bahn und Métro reisten wir ca. 1 Stunde vom Flughafen zu unserem Hotel République Voltaire, welches zentral in dem zur Zeit total angesagten Viertel République lag. Im Hotel dauerte es eine ganze Weile, bis wir mit 11 Leuten, großem Gepäck und viel Gelächter mit einem winzig kleinen Fahrstuhl im obersten 6. Stock angelangt waren, welchen wir dann erfreulicherweise für uns allein nutzen konnten. Die 4-, 3- und 2-Bett Zimmer wurden schnell gestürmt und der Ausblick auf den Place de la République und auf Sacré Coeur bewundert.

Der Freitagabend war ganz dem Eiffelturm gewidmet, der uns wie ein funkelnder Weihnachtsbaum in Paris begrüßte.

Am Samstagmorgen stand  Montmartre und Sacré Coeur auf dem Programm. Auch dem Pariser Nordfriedhof Cimetière de Montmartre, wo Platz für ca. 20.000 Gräber ist, statteten wir einen Besuch ab. Dort haben berühmte Persönlichkeiten wie die Sängerin Dalida, der Maler Edgar Degas, der Schriftsteller Alexandre Dumas oder Heinrich Heine ihre letzte Ruhe gefunden. Einige Grabdenkmäler hatten sogar eine „Lizenz für die Ewigkeit“.

Am Nachmittag teilten wir uns auf. Einige machten weiterhin Paris unsicher, und Gabriella trat zusammen mit Esméa und Dharani die Reise zum Neas-Workshop an. Die Workshops und der Basar fanden in den Studios Blanca Li statt. Hier trafen wir zunächst alte Bekannte wieder, wie Shaila mit ihrem Tribal-Basar und Geneva aus Montana/USA.

Samstagabend um 20 Uhr begann die Bellyfusions Show,  aber wir mussten nicht zu Beginn dort sein, da wir erst im zweiten Teil unseren Auftritt hatten.
Bevor wir dort eintrafen, hatten wir eine abenteuerliche Métrofahrt in voller Tribal-Prunkgewandung zu absolvieren. Wir hatten viel Spaß dabei und das Gelächter war groß, da die übrigen Métro-Fahrer kaum Berührungsängste hatten und uns über unser Herkunftsland Ägypten oder Türkei befragen wollten und uns unverhohlen anstarrten.

Die Show war mit bekannten Künstlerinnen aus dem In- und Ausland besetzt, wie Amira Nemeth/Ungarn, Geneva/USA,  Anasma/USA (die das Publikum in einem Teufelskostüm mit Witz und Charme verzauberte), DCDT (Damage Control Dance Theater) aus San Francisco/USA mit Funk Fusion,  Erifily/Griechenland, Isabel de Lorenzo/Italien, Kimberly Mackoy/Großbritannien, Saada Group (als pinkfarbene indische Gottheiten) aus Spanien, The Uzumé aus den Niederlanden, Wicked Mystic/Belgien und Caroline Achouri, Elodie Chan, Linda Faoro, Sarah Avril, Urban Shamans und Vatra aus Frankreich.

Die Tänze waren teils sehr anspruchsvoll und wurden auf hohem Niveau dargeboten. Unsere ATS-Performance wurde von der ersten Minute an mit stürmischen Zagareets und Beifall aus dem Publikum begleitet. Wir hatten viel Spaß während unserer Performance auf der Bühne, was sich bis in die hintersten Publikumsreihen fortsetzte - „You set the stage on fire“ war einer der Kommentare, die wir später zu hören bekamen.

Die Darbietungen flossen in zwei Showteilen ineinander über und wurden nicht durch Ansagen gestört. Zu den dargebotenen Tänzen gab es für das Publikum weder ein Programmheft noch Ansagen während der Show, was einige als angenehm empfanden, andere vermissten die Informationen.

Am Sonntag besichtigten wir Notre Dame, und einige besuchten den kleinen, aber feinen Basar auf dem Bellyfusions Festival. Neben Shaila war hier auch Firefly aus USA vertreten mit genialen Hosen, die den in der Tribal-Szene mittlerweile sehr populären Melodia Pants in nichts nachstehen.

Dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen und mit dem Flugzeug nach Deutschland zurückzukehren. Nea’s Tribal hat die Zeit dort genossen. Als kompletter Tribe an einem solchen Event teilnehmen zu können, ist schon etwas Besonderes. Wir sind sehr herzlich empfangen und betreut worden und haben weitere Tanz-Freunde in der weltweiten Tanz Community gefunden.

Am 23. und 24. Januar 2010 findet das Bellyfusions Festival in Paris seine Fortsetzung. Wir dürfen gespannt sein, welch hochkarätige Besetzung dann dort performen wird.

Adieu
Paris!

Petra Kaiser tanzt bei Nea’s Tribal, leitet darüber hinaus aber auch noch den Stamm „Alhazar“ www.alhazar.de

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14 Workshops mit jeweils 2 Stunden Dauer von Dozentinnen aus Europa und USA wurden angeboten, welche die Vielfalt der Fusion-Tanzstile auf der Grundlage des orientalischen Tanzes repräsentierten – von Flamenco Descalzo (Mix aus Flamenco, orientalischem Tanz und Zigeunertanz) über Bellypopping (HipHop im orientalischen Tanz) bis Tribal Fusion und ATS. In den Workshops wurden die Tanzstile vermittelt, die auch am Abend bei der Show gezeigt wurden. Darauf wurde schon bei der Auswahl der Workshop-Themen Wert gelegt.

Der Workshop von Gabriella/Nea’s Tribal „ATS: Tribal-Bewegungen und –Kombis zu mittelalterlicher Musik“ war mit 20 Teilnehmerinnen schon sehr früh ausgebucht gewesen. Djeynée, welche wir von tribe.net und myspace her kannten, übernahm die Rolle der Übersetzerin für diejenigen, welche kein Englisch verstanden, da wir den Workshop in Englisch abhielten. ATS-Bewegungen mit Cues (Kommandos), die improvisiert getanzt werden, waren den wenigsten Workshop-Teilnehmerinnen bekannt. In Frankreich ist die Tribal-Fusion-Szene sehr populär, nachdem Sharon Kihara und Rachel Brice mit den Bellydance Superstars dieses Element bekannt gemacht und ebenso wie Amy Sigil/Unmata dort Workshops gegeben haben. Der „klassische“ Tribal Style Dance, womit bei uns in Deutschland das Tribal-Fieber begonnen hat, ist in Frankreich hingegen kaum bekannt. Mit schweißtreibenden Bewegungen und kraftvoller europäischer Mittelaltermusik schlugen wir die Workshopteilnehmerinnen ganz in den Bann von ATS.

Am Nachmittag begannen die Generalproben für die Abendshow, die im Théatre de Menilmontant stattfand.  Auch hier wurde sehr professionell Musik und Beleuchtung eingestellt und auf individuelle Wünsche eingegangen. Freundlicherweise wurde auf unsere Teilnahme bei der Generalprobe für das gemeinsame Finale verzichtet, da wir ansonsten 3 x an diesem Tag die zeitraubende Métrofahrt zu den Lokalitäten hätten auf uns nehmen müssen. Und nachdem wir den Umkleideraum gesehen hatten, entschieden wir uns dafür, uns in unserem Hotel umzuziehen.

Im ca. 50 qm großen Umkleideraum, der immerhin 59 Tänzerinnen und 1 Tänzer (Vatra) Platz bieten mußte zum Umziehen und Schminken, empfing uns ein betörender Mix aus Düften, Haar- und Glitzerspraynebel, Schweiß, Glitzer, Pailletten, Wollfäden, Federn und vielem mehr. Es herrschte ein reger Austausch unter den Tänzerinnen und ein harmonisches Miteinander. Es gab einen Monitor, auf welchem wir die Show backstage verfolgen konnten, allerdings war die Qualität bescheiden.
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