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Showberichte
Photos © Konstanze Winkler
Grafische Gestaltung/WebDesign: Konstanze Winkler
So lange wir zurückdenken können, waren „Orientale“ bzw. „Oriental Dance Days“ nur mit der Abschluß-Show von Manis Projekt am „tanzhaus nrw“ komplett. Obwohl hier „nur“ die Teilnehmerinnen zum Zuge kommen, brauchen sich die Akteure nicht hinter sogenannten großen Namen zu verstecken; Manis studiert nach bewährtem Rezept mit ihren Schülerinnen Choreographien ein, die sie zum Teil selbst schreibt, zum anderen Teil von diesen selbst entwickeln läßt. Und so kommt jedes Jahr aufs neue die typische interessante und unterhaltsame Mischung zustande, die den Namen „Reise der Karawane“ trägt. Und als Sahnehäubchen gibt es noch das Märchen dazu, das von einem Geschichtenerzähler in bekömmlichen Häppchen vorgetragen wird. Mag auch die „Orientale“ von der Bühne abgetreten sein, die „Karawanenreisen“ finden ihre Fortsetzung.

Wir kennen die Eröffnung und sehen sie immer wieder gern: Vier Tänzerinnen der Projektgruppe erscheinen mit einem einzigen, riesengroßen, orangefarbenen Organza-Schleier auf der Bühne, spielen mit ihm, laufen darunter hindurch, lassen ihn schweben, formen ihn zu einem Herzen. Es kommen weitere Tänzerinnen der Projektgruppe hinzu, die unterhalb des großen Schleiers mit ihren eigenen Schleiern tanzen, ein wunderschönes Bild.

Derart eingestimmt freuen wir uns auf die Veranstaltung, zu der wir nun auch offiziell begrüßt werden. – Dann eröffnet Sophia die Show mit einem Trommelsolo nebst einigen Raks Sharki-Einlagen, alles choreographiert von Manis. Eine fröhliche und quicklebendige Eingangs-Nummer.

Andrea tanzt nun „burlesque“ zu Swing-Musik („That Man“ von Caro Emerald), und ihre Darbietung erfreut vor allem durch ein paar ideenreiche Einfälle von Manis’ Choreographie. – Acht Damen aus der Projektgruppe führen nun eine Schleier-Rumba vor, dazu spielen orientalische Zupf-Instrumente. Eine professionell dargebotene, typische leichfüßige und etwas verspielte Manis-Choreographie.

Aus Persien stammt Mitra, und sie bringt uns einen klassischen Tanz aus ihrer Heimat mit, den sie auf ihre Weise und sehr gekonnt interpretiert. – Und damit zu einer der Besonderheiten dieser Reise, die Geschichte der Karawane nämlich, die von einem Märchenerzähler in mehreren Kapiteln erzählt wird. In diesem Jahr gibt sich der Trommel-Altmeister Bruno Assenmacher die Ehre, der für diese Rolle wie geschaffen erscheint. Er berichtet uns von einem kleinen Tautropfen und seiner Reise um die ganze Welt.

Damit zur Gruppe Safira, Manis’ Ensemble. Diesmal haben sie einen hübschen und flotten orientalischen Tanz mitgebracht, natürlich in der Choreographie von Manis, in komplementären Kleingruppen und dem ganzen Verband abwechslungsreich vorgetragen. – Beata & Claudia aus der Projektgruppe zeigen uns im Anschluß, was sich alles mit Fächerschleiern tänzerisch anfangen läßt. Diese Choreographie stammt übrigens von Gamila.

Eingangs haben wir Sophia schon bewundern dürfen, jetzt zeigt sie uns, wie weit ihre Bandbreite reicht. Sie hat für diese Show einen Bollywood und dazu eine Choreographie von Meisterin Sophia Chariarse einstudiert. Die bewältigt sie gewohnt fröhlich und flott.

Zum Ausklang der ersten Halbzeit wird es exotisch, die Gruppe Safira springt, stampft und rockt den afrikanischen Klassiker von Miriam Makeba „Pata-Pata“ ansteckend rhythmisch und afrikanisch. Auch hier hatte natürlich Manis ihre choreographischen Hände im Spiel.

Nach der Pause erwartet uns die Projektgruppe mit allen 13 Tänzerinnen (wo sonst geht das, wenn nicht auf der großen Bühne des Tanzhauses?) und einem Säbeltanz. Für diese Disziplin läßt Manis sich immer etwas Besonderes einfallen, damit es eher tänzerisch als martialisch zugeht. - Lange nichts mehr vom Märchenonkel gehört, er beeilt sich nun, uns das nächste Kapitel (Text von Sandra Zaremba) vorzutragen.

Ein tolles Duo betritt jetzt die Bühne, Mitra und Sophia zeigen einen Tanz aus dem Norden des Iran, eine muntere und bunte folkloristische Angelegenheit, zu der Mitra die Choreographie entwickelt hat. - Beate aus der Projektgruppe hat ebenfalls Jazz im Blut, wie sie zu dem Klassiker „Moi Je Joue“ (leider nicht in der Original-Fassung von Brigitte Bardot) beweist. Orientalischer, Jazz und Musical-Tanz finden hier perfekt zusammen – natürlich eine Manis-Choreographie.

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oppelschleier zu spanischen Gitarrenklängen und einem weich spielenden orientalischen Orchester, Manis hat sich für ihr Ensemble Safira wieder etwas ganz Besonderes einfallen lassen. – Fehlt da nicht noch etwas? Richtig, der Raks Sharki, und den präsentiert uns die bei Köln lebende Libanesin Iman Rajab. Ihre arabische Leidenschaft drückt sich vor allem in ihrem anspruchsvollen Trommelsolo aus.

Mit einem Trommelsolo Fusion überrascht uns Petra aus der Projektgruppe. Sie mischt andalusische und lateinamerikanische Teile in den orientalischen Ursprung, nach einer Choreographie von Manis. – Sandra, die auch die Geschichte geschrieben hat, weiht uns in das „Blocksberg Ritual“ ein, ein gar schröckliches Fantasy-Spektakel mit Gothic Fusion und Hexenbesen! - Die „Trommelgruppe tanzhaus nrw“ (Kleinschreibung hier erwünscht) unter der Leitung von Bruno Assenmacher kommt uns afrikanisch mit einem hübschen Rhythmus, der für Mitwippen und gute Laune sorgt. - Noch einmal wird es Zeit für die Projektgruppe, die vollzählig (13) antritt. Der Spanisch-Tango-Fusion ist so lebendig, daß die Truppe die gesamte Tanzfläche einnimmt.

Die Trommelgruppe – nun ausschließlich mit Tablas bewaffnet – hat diesmal Orientalisches mitgebracht, und man fragt sich unwillkürlich, warum nicht viel mehr Veranstaltungen solche Kurzweil aufbieten. - Der Märchenonkel kommt zum Ende der Geschichte, und dann erscheint auf der Bühne die Projektgruppe zum großen Finale. Alle haben Isis-Flügel dabei, ein herrliches Bild auf der Riesenbühne. Sie bewegen sich in Zweiergruppen, zwei von ihnen tanzen in der Mitte solo. Die anderen entfernen sich und kehren aus allen vier Himmelsrichtungen in Formation zurück, und nun wird kräftig Trommelsolo gerockt.

Was für ein schöner Abend! Wieder einmal haben Manis’ Schülerinnen gezeigt, was die Meisterin mit ihnen zusammen erarbeitet hat. Wir möchten diese Art von Show (nur komplett mit der Eröffnung und der Märchengeschichte) nicht missen und sind mehr als froh, daß es nächstes Jahr mit den „Reisen der Karawane“ weitergeht.

Die "Reise der 24. Karawane 2016" findet statt am 6. Februar 2016

www.manis-tanz.de
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ORIENTAL DANCE DAYS,13.02. - 15.02.2015, Düsseldorf
Die Reise der Karawane 2015
SHOWBERICHT von Marcel Bieger