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Die GALA

Wie schon im letzten Jahr (bei „The Magic of Bellydance 1“, nach offizieller Zählart ist das Oriental Festvial Knechtsteden „The Magic of Bellydance 2“) bewiesen die Veranstalter ein geschicktes Händchen in der Auswahl der Künstler, sei es im traditionellen OT-Bereich wie auch im modernen Fusion mit all seinen Facetten. Im ersteren mit solch beachtlichen Stars wie Izida oder Hanan Kadur, im letzteren mit der mittelschweren Sensation, drei der führenden deutschen Fusion-Stars auf ein und dieselbe Bühne zu bekommen (Henneth Annun, Patricia und Sophia Chariarse) – wo hat es das zuvor schon einmal gegeben? Auch im traditionellen Orienttanz-Bereich ist einiges in Bewegung geraten (wir stellen das in diesem Jahr auch auf anderen Veranstaltungen fest), und deswegen ist bei dieser Gala so einiges für uns interessante passiert:

Oriental Festival Knechtsteden

"The Magic of Bellydance"

29. - 30. August 2009

- von Marcel Bieger

Suheila & Luma Fortuna erscheinen aus dem Nebel, und die Chefin Suheila gibt ein indisch betontes Fusion-Solo. Danach kommen sie uns mit Schleierfächern, und das ist eigentlich der hübscheste Teil dieser Darbietung, weil sie abwechslungsreich dargeboten wird und die Mädels zu immer neuen Formationen zusammenfinden.

Eine, die den OT zu wandeln versteht, ist Alitza, eine temperamentvolle, kaum zu bändigende Tänzerin, der der Trommelsolo-Rahmen offensichtlich viel zu eng ist. Deswegen bricht sie immer wieder aus demselben aus, verfeuert Salven von Shimmies und Flutters, spielt mit Breakdance-Elementen und nimmt sich auch sonst alles, was ihr gefällt – und dem Publikum bereitet das hörbar Vergnügen.

Ebenfalls ein Name, den man sich merken sollte: Farahnaz, die noch im OT zuhause ist, sich aber auch in den moderneren Gefilden zu bewegen weiß (am nächsten Tag wird sie mit ihrer Duo-Partnerin Eliza auf der Offenen Bühne einen Fusion aus Tribal und Modern Dance hinlegen, der sich gewaschen hat!) In diesem Beitrag hier tanzt sie eine Mischung aus Zigeunertanz, Flamenco und Modern Dance. Vor andalusischem Flamenco mit viel Gitarre steht sie erst mit dem Rücken zum Publikum, bis die Musik die richtige „Betriebstemperatur“ erreicht hat. Rassig, stolz, intensiv und auch sehr erotisch tanzt sie dann, daß es einem noch lange im Gedächtnis bleibt.     

Und schon folgt einer der Höhepunkte dieses Abends (daran herrscht kaum Mangel): Henneth Annun tanzt ihren mittlerweile ganz eigenständigen eigenen Stil, eine Mischung, der sich die Showkritik nur annähern kann (weil Henneth ja auch immer wieder Neues einbaut und variiert). Man könnte ihn am ehesten als zwischen den Säulen Weißer Gothic und Vintage angesiedelt beschreiben. Beim Tanz wirkt sie manchmal verträumt, gar unnahbar, dann ganz intensiv und hellwach. Das Kostüm stammt im wesentlichen vom neuen Stern der Szene – Shali Sari -, und bei den Tanzbewegungen gehen OT-Traditionen wie selbstverständlich in weiche Wellen und Breaks über, harter Hip Hop verwandelt sich in geheimnisvolles Mata-Hari-Indien. Stücke von Henneth kann man sich getrost mehrmals anschauen und entdeckt immer wieder etwas Neues.

Ein Video dieses Auftritts gibt es schon bei YouTube zu sehen "klick hier"

Zu den Großen der Vintage-Fusion-Szene gehört unbedingt auch Sophia Chariarse, die ihren Orientalischen Swing-Tanz noch einmal aufführt. Nach der Uraufführung auf der Orientale in diesem Jahr hat sie weiter daran gearbeitet und das Ganze mit einem neuen Vorspann, einem Stück New Orleans Jazz veredelt. Den untermalt sie mit Jazz-Tanz und findet auch Muße und Raum, darin traditionellen OT anzudeuten. Im Hauptstück dann die von ihr standardisierte kraftvolle und höchst ansehnliche Melange aus Can Can, Revuetanz, Charleston und natürlich OT. Wer kann so schwungvoll wie Sophia die Beine hochwerfen?
Hier der Beweis bei YouTube: "klick..."

Die Abteilung getanzte Geschichte bedient Natalie, wenn sie mit ihrem Stück „Journey“ Verzweiflung und Sehnsucht darstellt. Eine hochdramatische Angelegenheit, unterstützt von Geigen und Gitarren, schönsten Drehungen und Bewegungen, mal schnell und mal langsam, und manchmal scheint sie sogar zu schweben.
Sophia Chariarse
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