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DER SCHWARZWALD BEBT –
ZUM ZWEITEN MAL

Anmerkungen zum 2. Oberrheinischen Tribal Festival
vom  28. – 30. Oktober 2011 in Offenburg

von Sylvia Assmann
Photos © Konstanze Winkler
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Den zweiten Teil eröffnen die ersten amerikanischen Stargäste: Olivia Kissel (USA) und Christine Andrews (USA) als Zafira Dance Company. Beide Tänzerinnen gehören zu den Gründungsmitgliedern dieser Tanzgruppe, die im Jahr 2000 aus den Ghawazee Dancers entstanden ist. Der erste Tanz ist gleichzeitig der erste Auftritt der Zafira Dance Company in Deutschland! Und der zweite gemeinsame Tanz wird zugleich der letzte Auftritt überhaupt  sein. Also gleich zwei Besonderheiten beim „Black Forrest Tribal Festival“! Als dritte Besonderheit könnte man den ungewöhnliche Aufbau der Choreographie und die Raumnutzung der Bühne betrachten, mit der Olivia Kissel und Christine Andrews das Publikum lächelnd und routiniert in den Bann ziehen. Aus dem Duo entsteht dann Olivia Kissels Solo zu, für ein Tribalfestival ungewöhnlich, klassischer orientalischer Musik, die sie in ihrem faszinierenden Tanzstil präsentiert.
Es folgen Virginie und Gudrun Herold mit einem ATS-Duo, dass sie in gewohnter professioneller Weise absolvieren.

Das nächste Duo, das jetzt die Bühne betritt, feiert Auftrittspremiere: Melanie „Sarina“ Baumeister und Guiliana Angelini. Hier treffen sich zwei sehr gute Tänzerinnen und spielen mit dem Gedanken „sich miteinander und gegeneinander zu bewegen“. Wir dürfen gespannt sein, was aus dieser Zusammenarbeit noch entsteht.

„Da ist was los auf der Bühne“, so könnte man die fetzige Tribal-Impro-Choreographie bezeichnen, mit der sich Alhazar unter der Leitung von Esmea die Bühne und die Zuschauerherzen erobert. Im Wild-West-Outfit und mit Saloon-Can-Can- Einlagen ordnen sie sich immer wieder in unterschiedlichen Formationen auf der Bühne.
Glückliche Momente zu beschreiben, ist das Ziel des indischen Kalbelia-Tanzes. Und wie das geht präsentiert Christine Andrews (USA) mit ganz viel Freude und Können. Fließende Armbewegungen, spielerische Bewegungen mit dem weiten Rock und Lebensleichtigkeit vermittelt Christine Andrews mit einem zarten Lächeln.

Als sich unvermittelt Olivia Kissel ebenfalls auf die Bühne gesellt ist klar war folgt: der letzte Auftritt der Zafira Dance Company mit Laufpassagen und Duo-Teilen in gewohnter Qualität.
– Vom Line Dance geht es danach mit Jasmin Dohr ganz leichtfüßig weiter. Sie präsentiert Oriental Fusion mit superschnellen Bewegungsabfolgen, absolut präzise und auf der Musik und mit toller Ausstrahlung. Ihr Körper scheint Musik zu sein!
Nach dieser eher romantischen Frauenphantasie erscheint eine Tänzerin, deren Kostüm den Eindruck eines völlig anders gearteten Kunstwesens vermittelt: Arzo, deren Stil als Beat Fusion bezeichnet wird, erweckt mit ihrem Tanz, der viele harte Akzente enthält, den Eindruck eines metallischen künstlichen Wesens. Dieser Eindruck wird durch die gute Technik noch unterstützt.
Was ist das Ergebnis, wenn man Galathea und Steampunk zusammenführt? Eine Frau aus dem Vintage-Universum kombiniert mit Fortschritt, der Phantasie einer Frau, zarter Musik und dunklen Flügeln. Eine eindrucksvolle Darbietung mit riesigen schwarzen Stoffflügeln, die Galathea hervorragend zu bewegen weiß.
Der Abschluss der Samstaggala ist ebenfalls „Debut“: Aepril Schaile (USA) das erste Mal auf einer Bühne in Deutschland. Und sie sorgt wahrhaft für einen fulminanten Abschluß. Aepril Schaile schickt das Publikum mit ihrer Kunst auf eine Reise in die eigene innere Dunkelheit. Läßt in jedem andere Gedanken auftauchen und setzt das Publikum unter Hochspannung!

Ein wahrhaft gelungenes Ende einer tollen Show, die nach einer kurzen Umbauzeit mit dem Auftritt von
The Violet Tribe weiterging! Die TänzerInnen und MusikerInnen laden in ein wahrhaft wunderliches Etablissement das alles hat, was ein gutes Hotel benötigt: eine Girly Group an der Rezeption, eine „Stary Night“ im Ballsaal, Zigeunerklänge, furchteinflößende Wesen aus dem Hotelsumpf, einen zarten Hauch von Liebe und eine Bar, in der getanzt wird. In der Barocksuite dreht frau sich zu romantischer Menuett-Musik, McBeth findet im Hoteltheater den Tod und was der Schaurig- und Wunderlichkeiten mehr sind (ausführliche Besprechung der zweiten Show an anderem Ort in dieser Zeitung). Acht der schönsten Stücke aus dem Duodez-Menü ihres zweiten Albums verzaubern uns wirksam.

Wir freuen uns auf die auf Fortsetzung 2012!
Sylvia „Sophia“ Assmann ist Tänzerin aus Linz, Österreich, und gefragte Autorin bei den verschiedenen einschlägigen Fachzeitschriften.
Olivia Kissel
Olivia Kissel & Christine Andrews - Zafira Dance Company
Virginie und Gudrun Herold
Melanie und Giuliana
Alhazar
Jasmin Dohr
Christine Andrews
Zafira Dance Company
Galathea
Arzo
Aepril Schaile
Aepril Schaile
The Violet Tribe
Das nächste Oberrheinische Tribal-Festival in Offenburg
findet statt vom 5. - 7. Oktober 2012

Homepage des Oberrheinisches Tribal Festivals:
www.tribal-festival.jimdo.com