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Ein Bericht von Konstanze Winkler
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Die Kar(is)Matische Jubiläums-Show der “Rebellys of Love“

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Wir bleiben beim Wasser: Die Satsumas  erfreuen uns mit ihrer „Water Ceremony“, eines der wunderbarsten Stücke aus OD 3. Die Bühne ist in grünes Licht getaucht, die Musik wirkt sphärisch, untermalt mit nächtlichen Naturgeräuschen. Wir hören Grillen zirpen und Gequake, was die Tänzerinnen zur Belustigung des Publikums spielerisch umsetzen, indem einige von ihnen, auf dem
Boden hockend, Frösche imitieren. Dann beginnt der Tanz. Zunächst langsam, dann immer wilder sehen wir Korallen, Anemonen, Seegras und-gurken, die sich wabernd und zu immer wieder neuen Formationen zusammenfinden. Alles orientalisch getanzt, allerdings gemixt mit ausdrucksstarken
modernen Tanzformen. Es wird wild und wilder, ja geradezu chaotisch, bis alle in sich zusammenfallen, sich wieder sammeln, und der Tanz endet, wie er begann: Quakende Frösche!
Nun kündet uns Moderator Karsten seine Co-Moderatorin Anja als Khalifa an. Ihr Tanz heißt
„Wild Thing“, und als Khalifa mit ihren goldenen Isiswings rassig über die Bühne wirbelt, wissen wir auch warum! Auch dies eine liebe Erinnerung, wiederum an OD 3. Khalifa tanzt wie die Antipodin. Während Xahira und Mephista oft die seelenverwandten Schwestern des Kaputtmachens geben, wirkt Khalifa (auch in den Farben ihres Kostüms) wie das Reine und Schöne – vielleicht ein gewollt geschicktes, gegenteiliges Gebaren, um Duo KarMa stärker zu betonen. 
Die Satsumas mit ihrer "Water-Ceremony"
Es wird mystisch. Die Gruppe Kalia – die Vorzeigetruppe von Xahira – tanzt einen geheimnisvollen Säbeltanz mit immer wieder neuen Formationen, Posen und musikalischen Stimmungswechseln. Die wunderbare Choreografie erzählt uns eine Geschichte von weiblichen Kriegerinnen, Kampf, Leben, Tod und Wiederauferstehung im Nirwana. Ein Augenschmaus! Eine alte Gothic-/Fantasy-Nummer aus OD 2, die für ihre Zeit schon herausragend und richtungsweisend war. So etwas hat man erst Jahre später auf öffentlichen Bühnen wiedergesehen.
Es folgt Samena mit einer Bauchtanz-Parodie. Im quietschbunten und wild zusammengewürfelten Bauchtanz-Kostüm zeigt sie uns als „Bellasahna“ – der Name sei ihr beim Einkaufen eingefallen - was sie sich anhand eines Lehr-Videos der „Supi-Bellydance-Stars“ alles selber – quasi auditaktisch - beigebracht hat. Zunächst sehen wir eine „gekonnte  Schleierpiformens“, die Bellasahna auch fast auswendig kann, nur ein einziges Mal musste sie gaaaanz unauffällig auf ihren Spickzettel in der Armstulpe linsen!

Zum Abschluß vom ersten Teil des fünften Orient-Desasters tanzt uns das Duo KarMa ihre Premiere von „Wooloomooloo“. So heißt ihr Stück, und dieser Name bedeutet den Mix von „Oktopus im Frauenhaar“, Voodoo, und der weiblicher Energie, welche rein per Gedankenkraft in der Lage ist, kurz vor dem Auftritt in Windeseile aus den Haaren ein verschlungenes Gebilde zu formen. Die beiden erscheinen aus dem Dunkel der Bühne mit medusenhaftem Haupt und bewegen sich zu spaciger Musik mit Rhythmusgeräuschen, die zum mechanischen Antrieb einer Dampfmaschine gehören könnten. Und sie interpretieren diese Musik sehr originell. Eng beieinander halten Xahira und Mephista einen tänzerischen Dialog, bei dem die eine der anderen kinetische Energie überträgt, mal mit wellenförmigen, mal mit abgehackten, mechanisch anmutenden Bewegungen. Dann folgen abwechselnde Fusion-Soli von Mephista und Xahira mit hip-hop artigen pops, locks, waves und breaks zu krachenden Industrial-Beats.  Eine spannende Einstimmung auf das Thema des 2. Teils der Show, dem Tribal.

...und Stöckertanz!
Samenas Bauchtanz-Parodie - mit "Schleierpiformens"...
"Wild Thing" - Kalifa
Kalia - Säbeltanz der Kriegerinnen
Und als Dreingabe gibt es noch einen Stöckertanz! Das Publikum kreischt vor Vergnügen!
Orient Desaster Nr. 5
Fotos:
Achim Neumann
www.achim-neumann.de
Kai Jabs
www.kai-jabs.de
und Peter Müller