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Ein Bericht von Konstanze Winkler
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Die Kar(is)Matische Jubiläums-Show der “Rebellys of Love“

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Orient Desaster Nr. 5
Tashkador tanzt Tribal als Gruppe in Gruppen. Tribal ist zwar in die Diskussion gekommen, weil allzu viele Verwässerungen des Stils selbigen seiner Ursprünglichkeit berauben, aber diesen „Stamm“ hier möchte man ausdrücklich davon ausnehmen. Die Frauen tanzen ebenso lebendig wie synchron, sie bewegen sich in Kleingruppen parallel zueinander, sie „wandern“ immer wieder ins Fach Fusion ab (ja, so muß man das nennen, wenn sie bewusst den Tribal verfremden und verzerren) und kehren doch immer wieder zur klassischen Form zurück – getanzte Eleganz.
Xahira: Wenn die eine Hälfte des Veranstalter-Duos zum Solo in den Ring steigt, darf man sich auf was gefasst machen: Punk Rock Bitch und gleichzeitig Gothic Lolita mit einem Elektro gothic burlesk Fusion Belly Tribal  - alles klar? Komplett mit Zöpfen, Lollypop und (Holz-)Hund an der Leine. Sie flirtet unverschämt mit dem Charme eines noch nicht ganz flüggen Teenagers, und dazu tanzt sie Punk mit Orient, schlägt Wellen mit ihren Bauchmuskeln, vollführt Flutters und Shimmies zu harten Rhythmen und führt der Welt eigentlich vor vor, daß sie sich selbst nicht so ernst nimmt und die Welt sich daran ein Beispiel nehmen sollte.
Tribe Tabora führt uns nun die Spielart Gothic Tribal vor, genauer gesagt, er nimmt uns mit zu einer Reise durch die Unterwelt, und wenn man dem Tanz der Mädels Glauben schenken darf, ist es kein Spaß, dort zu landen. Aber mit dem Glauben ist das so eine Sache beim Orient Desaster. Darf man hier alles für bare Münze nehmen oder doch eigentlich nie das Augenzwinkern außer acht lassen? Wie wir schon einmal festgestellt haben, tanzen Tabora weder FCBD noch BS noch GC, sondern  lupenreinen TTTS – Tribe Tabora Tribal Style. Den sollte man sich ebenfalls merken, zeichnet er sich durch das Spiel mit den Formen und Vorschriften aus, und … ach, einfach die Grundregel beherzigen: Das Augenzwinkern nie vergessen!
Xahira als "Punk-Rock-Bitch"
Tribe Tabora mit einem Gothic-Tribal
Wir hören Insektensummen. Zu Rimski-Korsakovs „Hummelflug“ und von einem imaginären solchen Tier verfolgt, stürmt Mephista die Bühne. Im Abwehrkampf gegen das Insekt verschluckt sie dieses versehentlich, und nun beginnt ihr wilder pantomimischer Hummeltanz. Das einverleibte Tierchen summt und brummt Mephista im Bauch herum, und es scheint, dieser entwickelt eine dadurch angetriebene Eigendynamik. Mephista, nun nicht mehr Herrin im eigenen Körper, muss sich der Flugrichtung ihres blinden Passagiers beugen, und wir sehen sie verzweifelt bei dem Versuch, die wildgewordene Hummel in ihrem Inneren zu bändigen. Mal scheint es, sie wird von der Hummel im Bauch nach rechts geschoben, dann drückt es sie wieder nach links, oder es dreht sie ungewollt im Kreis. Dabei tanzt sie uns die tollsten Shimmivariationen  und Flutters. Schließlich gelingt es ihr dann doch, den Eindringling wieder herauszuhusten. Ende gut, alles gut. Eine hinreißend komische Darbietung voller technischer Raffinesse.
Mephista- innerlich geplagt von einer wilden Hummel
Wie schon vor Jahren einmal (OD 2) erleben wir nun noch einmal die komische Nummer, als Hoomans Handy schrillt, man ihn ausfindig macht und er zur Strafe auf die Bühne kommen und tanzen muß. Im Anschluss an sein Solo holt sich Hooman Moderator Karsten als Verstärkung auf die Bühne, und zur Freude des Publikums tanzen beide gemeinsam einen lustigen afro-orientalischen-Hip-Hop. Mit dem Unterschied, Hooman kann’s, und Karsten hat andere Qualitäten.
Und schon geht es weiter im Programm, denn der Tribal-Teil des Abends hat wirklich eine Menge zu bieten, auch Unterschiedliches. Die Satsumas bringen uns mit einem rassigen und schwungvollen Zigeunertanz zum Strahlen, denn von so viel Lebendigkeit und wilder Grazie (gibt es so etwas eigentlich, doch, hier schon) lässt man sich gern in den Bann ziehen und verzaubern.
Karsten und Hooman mit einer Impro-Tanzeinlage
Fotos:
Achim Neumann
www.achim-neumann.de
Kai Jabs
www.kai-jabs.de
und Peter Müller
Nach der Pause erscheinen die Moderatoren als Rhett Butler und Scarlett O’Hara auf der Bühne, natürlich um den 70. Geburtstag des ewigen Film-Klassikers „Vom Winde verweht“ zu zelebrieren. Sie kündigen uns nun den Tribal-Teil des Abends an:
... hier fliegen die Röcke! - Zigeunertribal à la "Satsumas"