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Noch brennt nicht einmal Kerze vier,
steht schon der Orient vor der Tür
Asmahan el Zein feierte am 5. Dezember
„Orient im Advent“
Hannover „Spezial“ goes Xmas
von Marcel Bieger
Fotos (c) Konstanze Winkler
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Ein neuer Tatort – der „Pavillon“ -, ein ansehnlicher Basar, nachmittags die Offene Bühne, abends eine Gala, und am Mikrophon Helena Lehmann – für das Orientalische ist somit bestens gesorgt. Aber es heißt ja „Orient im Advent“ - geht es hier auch (vor)weihnachtlich zu? Warten wir es ab. Der Tag ist regnerisch und verhangen, und man denkt eher an November als an Bescherung und Besinnlichkeit.
Der Basar ist groß und umfangreich, aber bei Asmahan gehört so etwas natürlich zum Standardprogramm. Wer hier nicht noch auf die Schnelle oder nach langem Stöbern etwas für die Vergessenen unter den Lieben findet, hat selbst schuld. Auf der Offenen Bühne wechseln sich begabte und weniger talentierte Tänzerinnen von Jung bis Alt und umgekehrt ab, und wie hier üblich, findet sich auch das eine oder andere Juwel. „Nur Scharach“ zeigt einen Raks Sharki, der sich sehen lassen kann, die Töchter des Mondes fallen mit ihrem Stocktanz auf, und ganz und gar entzückend sind die „Lundivas“ mit ihren hochmodernen 60er Jahre-Accessoires.
Im Rahmenprogramm, die LunDivas
Bald macht sich Unruhe im Gebäude breit, die Gala steht bevor, gewohnt souverän bereitet Helena Lehmann die Zuschauer auf das Kommende vor. Ihr Abendkleid ist an sich wieder einmal ein Blickfang.
Der Vorhang öffnet sich, und heraus schwebt das Bollywood Dance Ensemble, um uns mit Bollywood einzustimmen. Die ausgefeilten Gesten werden im Knien, im Sitzen, im Sprung und auf der Stelle tanzend gezeigt, und man erzählt uns eine Geschichte von Leidenschaft und Verzehrung.
Einen klassischen ägyptischen Tanz in moderner Version zeigt uns Amara. Begleitet wird sie von einer Ziehharmonika, die der Tänzerin Gefühlswallungen umschwebt und unterstreicht.  Eine ungemein dynamische Darbietung einer Tänzerin, die dem klassischen orientalischen Tanz mit Erfolg eine neue Note verleiht.
Mit Flamenco geht es weiter, das Ensemble Dendara gibt sich die Ehre. Sie beginnen den andalusischen Tanz klassisch, schieben ihm dann ein paar Handtrommeln unter und gestalten ihn immer anmutiger, poppiger und flockiger. Leider geht der Beitrag vorzeitig zu Ende, weil Probleme mit der CD auftauchen.
Jetzt wird es rockiger (aber auch mit Geigen), das Duo In Flame zeigt uns, was sich mit Vois so alles anstellen läßt. Musical-Stimmung kommt auf, weil sie so schön elegant zu den einschmeichelnden Melodien tanzen. Im zweiten Stück heizen sie uns dann im synchronen Paartanz  mit einem Trommelsolo und Shimmie-Lawinen ein.
Vom Südwesten in den Osten, das Projekt Tanzraum Zigeuner beschert uns eine Schar leidenschaftlich und glutvoll tanzender Tänzerinnen, ein paar Männer stoßen hinzu und so glauben wir bald, uns in einer Szene aus dem „Zigeunerbaron“ wiederzufinden, wenn auch ohne Gesang. So etwas gehört gewiß nicht zum gewohnten Bild einer Orientalischen Veranstaltung, ebenso wenig wie die Hawaiianerin Therry mit einem süßlichen Hula-Tanz.