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Noch brennt nicht einmal Kerze vier,
steht schon der Orient vor der Tür
Asmahan el Zein feierte am 5. Dezember
„Orient im Advent“ Hannover „Spezial“ goes Xmas
von Marcel Bieger
Fotos (c) Konstanze Winkler
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Nach so viel Randgebieten nun wieder mitten hinein in die Orientalische Bescherung: Aller Lieblinge perlatentia lassen es etwas ruhiger angehen, um das Publikum langsam kommen zu lassen und auf den eigentlichen Höhepunkt vorzubereiten: Nachdem sie sich mit Zimbeln und einer etwas weicheren Variante ihrer sonst üblichen Musik warmgetanzt haben, gehen sie in die vollen und mischen Can Can, George Gershwin und Saloon Klaviergeklimper zu ihrer eigenen Bearbeitung des Themas USA. Ach, dieses zweite Stück ist ein Fest für Augen und Ohren, auf das man sich bei dieser Gruppe immer freuen darf- Diesmal ganz besonders, denn perlatentia ist fünf Jahre alt geworden (wie sie zum Schluß ihres Beitrages auch dem letzten klarmachen!!!). An dieser Stelle nochmals unseren ganz herzlichen Glückwunsch für ein halbes Jahrzehnt Spitzenunterhaltung!
Im folgenden darf das Ensemble Dendera nochmal ran, und diesmal klappt alles ganz wunderbar. Wir erleben ihren Beitrag in all seiner Anmut, Schönheit und Leiden-schaftlichkeit. Wie schön, wenn eine Show-Leitung so flexibel sein kann!
Gehört haben wir alle schon davon, aber zu sehen bekommt man ihn nicht zu oft: Den Tanz mit zwei Schleiern oder Doppelschleiertanz. Nada zeigt ihn begeisternd und gekonnt. Ja, solche Möglichkeiten stecken in diesem Utensil, und sie überrascht angenehm mit ein paar hübschen Spielereien.
Das Ensemble Gauhara hat für uns klassischen Orientalischen Tanz mit Isis-Flügeln im Gabensack. Da geht es recht rockig mit Disco und Pop zu. Ein hübscher Formationstanz mit flotten Figuren und Choreographien. Im zweiten Stück zeigen sie uns, daß man auch ein Trommelsolo peppig und als Gruppe tanzen kann.
Immer wieder eine Sensation, wenn ein Mann zum Tanzen die Bühne betritt. Doch es ist nicht „Knecht Rupprecht“, sondern Soner, der hier in der Region einige Beliebtheit genießt. Er enttäuscht sein Publikum weder mit seinem flotten Kostüm noch mit seiner sagenhaften Beweglichkeit. Trommelsolo mit Dauershimmies in allen Körperregionen. Tanzkunst, die von innen kommt.
Und damit zu einem „Krippenspiel“ der besonderen Art. In einem rockigen Orienttalischen Tanzspiel läßt Asmahan el Zein ihrer Vorliebe fürs Piratische nochmals freien Lauf (2007 kam es erstmals zu einem solchen Spektakel). Unter dem Titel Oriental Spice Girls vs. Signa Mystera stürmt Asmahan eine Piratenfahne schwingend die Bühne, und ihr folgen ihre Tänzerinnen bänderwehend zur Musik von „Fluch der Karibik“.
Wenig später macht Clarissa, die Häuptlingin der „Signa Mystera“ ihr mit den ihren die Bühne streitig. Beide Seiten lassen ihre Bauchtanztruppen– zu Unterscheidung die ersteren in Rot und die letzteren in dunkleren Farbtönen. Bald mag man sich nicht länger in hitzigem Tanz miteinander messen und läßt die Klingen sprechen. Clarissa ersticht schließlich ihre Widersacherin und rafft den Piratenschatz an sich.
Doch das war zuviel der Schurkereien, Asmahan erhebt sich wieder, und die Hellen wie die Dunklen erkennen, daß im gemeinsamen Tanz die Kraft liegt. In einem mitreißenden Walzertanz verabschiedet die nun unübersehbar gewordene Schar das Publikum in die Pause.