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Photos © Konstanze Winkler
Gamila feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bühnen-Jubiläum. Womit? Als leidenschaftliche Tänzerin natürlich mit einer Show, zu der sie all die Künstler einlädt, die ihr immer schon (und immer noch) etwas bedeutet haben. Solche Veranstaltungen haben stets ihren eigenen Charme und ihre ganz besondere Atmosphäre. So gewiß auch hier. Gamila hat ohnehin im vergangenen Jahr einige schöne Erfolge feiern können – ihr Ensemble „Anima Sana“ ist mit dem neuen Mittelalter-Konzept wie eine Bombe eingeschlagen und hat sogar beim hannoverschen Tribal-Festival in der Kategorie Gruppe den 2. Platz beim Tribal Star Wettbewerb gewonnen -, und so durfte man sich einiges von dem Abend erwarten. Zurecht, wie wir gleich zu Beginn feststellen möchten.
Grafische Gestaltung/WebDesign: Konstanze Winkler
Anima Sana
Die Abend-Show beginnt, und den Anfang macht die Gastgeberin mit ihrer Formation Anima Sana. Wir sehen von ihnen zunächst eine schwungvolle und schöne Raks Sharki Choreografie mit Schleier-Entree, abgelöst von vier Tänzerinnen mit einem Khaleegy, und abschließend krönen Anima Sana ihre bunte Darbietung durch einem Saidi-Stocktanz. Dieses Medley ist der ideale „Öffner“, um alle im Saal (an die 600) in die richtige Stimmung zu versetzen.

Als nächstes vom Niederrhein Shir o Shakar, eine der ältesten, unverwüstlichsten und auch besten Tribal-Gruppen Deutschlands. Ob Tribal Fusion oder ITS, sie beherrschen alle Varianten und mischen diese auch, wobei sie gerne Modern-Elemente beigeben. Das erste Stück, „L’octopus“ ist neu und zeigt, wie eigenständig und fortgeschritten sie diesen Tanz mitbestimmen.     
Jetzt zu Sinam, der Showgruppe von Manis. Diesmal treten sie in verkleinerter Besetzung auf, dafür mit ISIS-Flügeln (dank der verkleinerten Frauschaft können sich alle ungehindert auf der Bühne ausbreiten). Wie immer bei Manis erleben wir tolle Choreographie-Figuren, diesmal zu getragener, eindringlicher und orchestraler Musik. – Aus Köln und Düsseldorf kommt das Duo Karma, um das es in der letzten Zeit etwas stiller geworden ist, die hier aber zeigen, daß sie es immer noch drauf haben. Sie haben sich nie mit Akkuratesse aufgehalten, und so tanzen sie hier „Shakespeare“ in Kostümen ähnlich denen aus dem 19. Jahrhundert.
Trommel-Veteran Bruno Assenmacher und seine Frau Elli nehmen uns mit auf eine getrommelte Reise von Nordafrika bis nach Indien, mit Zwischenhalt in Ägypten und Arabien. - Sadiya bleibt mit einem Bollywood im Thema und bereitet diesen ohnehin schon fröhlich-bunten Tanz recht locker zu, aber vergessen wir nicht, daß wir uns auf einer „Jubiläums-Party“ befinden.

Gamila erscheint erneut und beglückt uns mit einem schwungvollen und leidenschaftlichen Raks Sharki. Strahlend und mit viel Liebe zum orientalischen Tanz zeigt uns hier eine Meisterin ihre Meisterschaft. - Ida Mahin, einst eine der „Jungen Wilden“, beschert uns ihre Version von einem „Jazz-Tribal Fusion“. Zum unverwüstlichen Satchmo-Klassiker „Skokiaan“ tanzt sie ihre Liebe zu Louis Armstrong, daß man wie gebannt hinschaut.

Anasma erscheint als Katze auf allen vieren und gibt uns ihre Interpretation des gemeinen Stubentigers, die immer wieder zum Lachen reizt. Was für eine akrobatische Leistung dieses Welt-Stars. – Noch einmal Bruno & Elli mit einem Medley verschiedener Trommel-Stücke, die kaum bemerkbar ineinander übergehen. Eine überaus ansprechende Mischung.
Noch ein Weltstar - aus Kanada ist Aziza angereist und schenkt uns einen ebenso rassigen wie weiblich weichen Saidi, für den sie die ganze Weite der Bühne zu nutzen versteht. – Noch einmal Sinam, diesmal im Sextett mit leuchtenden Pois und Tüchern die im Schwarzlicht glühen, zu einer abwechslungsreichen, bunten Choreographie.
Nach der Pause eröffnen Sinam mit Fächerschleiern die zweite Halbzeit zu einem lustvollen Orientalischen Tanz. Die Choreographie setzt der Phantasie keine Grenzen. – Shir o Shakar zeigen uns nun eines der Stücke, mit denen sie ihre Bekanntheit und Beliebtheit begründet haben. Besser gesagt, es sind zunächst ein Balkan-Tribal Fusion und dann der Dauerbrenner „Ailili“.
Auch das Duo Karma gibt es noch einmal zu sehen, jetzt erweist es seinen Wurzeln die Ehre, Orientalischer Tanz auf Industrial Rock, verwegener geht es kaum noch. – Ein ganz besonderer Leckerbissen Bruno & Elli zusammen mit
Anasma. Während erstere auf Plastikeimern trommeln, zeigt uns Anasma etwas, das man höchstens mit indischem Tempel Hip Hop vage umschreiben kann. Im Folgestück bearbeiten Bruno und Elli Äolsharfen und lassen Heul-Schläuche durch die Luft kreisen, von Anasma mit azentrischen Drehungen begleitet. Wir sind alle platt.
Zum letzten Stück erscheinen Gamila und Manis, die beiden Seelen-Schwestern, die so wunderbar aufeinander eingestimmt Duos tanzen, als seien diese eigens für sie erfunden worden. Es beginnt mit einem bezaubernden Raks Sharki und findet seine Fortsetzung in einem rassigen Trommel-Solo, bei der jede der beiden sofort den Fingerzeig der anderen versteht. Doch da, mittendrin setzt die CD aus und läßt sich nicht wieder zum Einsatz bringen.

In dieser unglücklichen Situation ergreift Anasma die Initiative in Form eines herumliegenden Mikrophons und improvisiert eine Beat Box, welche den beiden Tänzerinnen die nötige Grundlage dafür verschafft, das Trommel-Solo mit Bravour zu Ende zu bringen. Bravo und danke!
Zu traurigen Geigenklängen tanzt Manis melancholisch, verführerisch und sinnlich ihren geliebten Schleiertanz, Schleier und Manis sind geradezu eine Tautologie. – Ida Mahin erscheint noch einmal und tanzt ein Charleston-Stück im Duo mit einer rotfuchsähnlichen Handpuppe. Voller Komik mühen die beiden sich ab, mehr gegen- als miteinander tanzend.
Wir sind Zeuge eines prachtvollen Abends geworden, haben alles genossen und freuen uns, dabeigewesen zu sein, Gamila hat eine wunderbare Auswahl getroffen. Auf die nächsten zwanzig Jahre!
Der zweite Auftritt von Aziza erfüllt ebenfalls alle in sie gesetzten Erwartungen. Sie bietet einen Raks Sharki zu verträumter Klaviermusik dar, dem sich ein weiches Trommel-Solo nach ganz eigenem Gusto anschließt.

Danach Anasma als „Gefallener Engel“, der Fortführung ihres „Teufelchen“-Themas. Ein Trommel-Solo ganz eigener Art mit Rumba-Beiwerk schließt ihre Beiträge für diesen Abend ab, oder … aber lassen wir uns überraschen.
Homepage: www.yasalam.de
Moderation:
Farida & Nuriya
Anima Sana
Duo KarMa
Shir o Shakar
Sinam
Bruno und Elli Assenmacher
Sadiya
Ida Mahin "Satchmo"
Anasma (USA)
Bruno und Elli
Sinam
Gamila
Aziza (Kanada)
Sinam
Duo KarMa
Shir o Shakar
Manis
Bruno und Elli Assenmacher mit Anasma
Gamila und Manis
Ida Mahin
Aziza
Anasmas "Fallen Angel"
VON TABLAS UND EINER BEAT BOX – „ORIENTAL DELIGHT“
Gamilas 20-jähriges Jubiläum „Ya Salam“, 15. März 2014 in Ingolstadt

- von Marcel Bieger