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Showberichte
Photos © 1, 5 und 11 Rainer Gutzmer
2, 3, 4, 6, 7, 8 ,9,10 Uschi Dittmann
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Manis' Projektgruppe
Eröffnet wird die Show durch einen riesengroßen ausgebreiteten Schleier auf dem Tanzflächenboden. Vier Tänzerinnen erscheinen, nehmen seine Ecken auf und malen zur Musik „Caravans“ schöne Schleierbilder durch Zusammenlaufen und sich wieder Entfernen in die Luft. Anschließend dient der Schleier im Bühnenhintergrund als durchsichtige Mauer, die einen ersten geheimnisvollen Blick auf das zu erwartende Programm erhaschen läßt. Alle Mitwirkenden laufen mit ihren Tanzrequisiten hinter der Stoffbahn her und laden so das Publikum ein, sich auf einen schönen Abend einzustimmen.
Nach fast zwei Wochen mit Galashows, Soloshows und zahlreichen Workshops bildet die Projektschau im tanzhaus nrw den Abschluß dieser tanzreichen Zeit, „Die neue Reise der Karawane 2011“ heißt es dieses Mal. Zwei niedliche Kamele auf der Bühnenleinwand haben sich laut Schriftzug „lange nicht gesehen, viel zu erzählen“, und dieses Erzählen bildet den Rahmen der Show. Die Tanzdarbietungen sind eingebettet in ein Märchen von einem jungen Raben, der in die Welt zog - als Erzähler fungiert Bruno Assenmacher. Das Märchen wurde geschrieben von Sandra, einer Mittänzerin aus Manis’ Projekten.
Mit der ersten Erzählung kündigt sich die Mittwochsgruppe von Manis an, die Damen tanzen eine wunderschöne Regenbogen-Rumba. Alle Regenbogenfarben sind in den Kostümen  enthalten wie auch die glitzernden Schleier in Regenbogenfarben gestreift sind. Wunderschöne Schleierbilder werden hier auf die Bühne gemalt. - Christina tanzt anschließend einen modernen peppigen Stocktanz nach einer Choreografie von Manis. - Ihr folgt Petra. Sie versteckt sich hinter einer Federmaske und präsentiert ihren „Vogeltanz“ mit Bändern, die sie in schönen Formen gekonnt um sich tanzen läßt, auch dieses Stück hat Manis choreografiert.
Brunos große Live-Trommelgruppe bestreitet den nächsten Programmpunkt. Er hat gekonnt verschiedene Schlaginstrumente in eine tolle Performance eingebaut, unter anderem auch mit Platz- und Instrumentenwechsel innerhalb seiner Musik. - Danach tanzt Silke einen Säbeltanz zu „Fluch der Karibik“. Sie gibt sich als kämpferische Piratin mit schönen Tanzposen. - Petra + Isabelle präsentieren sich sehr synchron mit einem Spanisch-Oriental. Ihre Synchronität fällt besonders bei den eingesetzten Fächern auf, gleiche Höhe, gleich Armposen, ein wirklich schöner Tanz. - Ein weiteres Duo RaDa – die ersten Gasttänzerinnen, die diesen Projektabend unterstürzen – zeigt einen Doppelschleiertanz zu Sara Brightman’s Titel „Harem“, sehr gefühlvoll und die Tanzbewegungen und Posen auf die Musik mit großer Ruhe gekonnt abgestimmt. Die Choreografie hierfür stammt von Manis.
Nun erobern Zigeunerinnen in herrlich bunten Kostümen mit weiten Röcken  die Tanzfläche 3. Die wirbelnden Röcke werden toll in die Choreographie als Requisit eingebaut, die Manis hier zu einem fröhlichen Zigeunertanz geschrieben hat. (Titelfoto) - Dann heißt es „Tribute to Michael Jackson“. Schwarzlicht beleuchtet je vier weiße und schwarze Stoffsäulen auf der Tanzfläche. Aus den weißen Röhren erscheinen bei Musikbeginn vier Orienttänzerinnen, kurz danach aus den schwarzen vier Michael Jacksons in Hose mit Hosenträgern, Hüten und dem obligatorischen weißen Handschuh. Zum Titel „Billie Jean“  von Dolapdere Big Gang hat Farah aus Emmerich hier für ihre Gruppe Juman eine echt ausgefallene moderne Orient-Choreografie ersonnen mit Moonwalk und tollen, immer wieder wechselnden Tanzbildern. Die gesamte Choreographie gipfelt in einem ertanzten Schlußbild auf den letzen Akzent.
Schon bei allen anderen Tänzen zeigt das Publikum seine Begeisterung, hier ist der Applaus lang anhaltend, und man hört begeisterte Zustimmung. Farah und Juman sind von Manis eigens zu dieser Werkschau eingeladen, weil sie Manis anläßlich der letzten deutschen Meisterschaft äußerst positiv und innovativ mit ihren Tänzen aufgefallen sind.
Der Zweite Showteil beginnt mystisch mit viel Nebel, tollen Lichteffekten: Manis’ Projektgruppe zeigt einen Säbeltanz „Mystic of the Sword“. Bodentanz ebenso wie kleine Kampfszenen und schöne Gruppenbilder hat Manis in diese Choreographie eingebaut. - Später postieren sich im Dunkel erste Tänzerinnen auf der Tanzfläche, ganz zwanglos mit Körben, weitere Tänzerinnen schlendern auf die Bühne, ein kleines Markttreiben beginnt. Die ersten Tamburine werden hervorgeholt, die Umhänge werden abgelegt, und schon beginnt ein fröhliches Miteinander im Tanz. Immer wieder gruppieren sich die Tänzerinnen der Gruppe Juman neu, Mini-Soli, kleine Tambourin-Duette, große Tanzbilder, all das hat Farah zum Titel „Muezzim & Emine“ für ihre Gruppe choreographiert. Nach soviel Frohsinn folgt wieder etwas Ruhiges, ein Doppelschleiertanz „Secret Love“ von Siegrun und Mary. Auch hier gibt es schöne Posen und luftige Schleierbilder zu bewundern (Choreografie Manis).
Selbst das Thema Gothic darf nicht fehlen, in diesem Fall als Solotanz von Sandra, die eine Choreografie von Deva Matisa präsentiert, ein wenig frech, ein bißchen frivol, in einem entsprechenden Kostüm aus Leder-BH über Netzbody und knallrotem hochgeschlitzten Rock auf hohen Hacken. - Petra tanzt dann anschließend alles in Grund und Boden mit ihrem heißen Solo-Salsa Oriental. Im roten Hosenanzug fetzt sie voller Lebensfreude über die Tanzfläche, Latino pur. Auch diese heiße Choreografie stammt mal wieder aus aus Manis' Feder.

Ein weiteres Solo ist angekündigt, Isabelle tanzt einen Street-Jazz Oriental. Hier fallen besonders ihre vielen verschiedenen und wunderschön weichen Handposen, wie beispielsweise gegenläufige Harfenarme, auf; ein kleines bißchen mehr Fröhlichkeit hätte ihr hier noch besser zu Gesicht gestanden, sie wirkt in ihrem eigentlich schönen Tanz ein wenig verhalten, schüchtern, trotzdem war es eine schöne Darbietung (Choreografie Manis).
Noch einmal gibt es einen Doppelschleiertanz zu sehen. Michaela breitet erst ihre Schleier im Dunkeln aus, legt sich auf die Mitte der Tanzfläche. Im Lichtkegel beginnt sie sich zu bewegen, wie im Modern Dance mit einer Beweglichkeit, die ein wenig an eine Schlangenfrau erinnert. Sehr geschmeidig, langsam und gefühlvoll tanzt sie zu „Spirit of Avatar“ erst mit einem, dann mit beiden Schleiern, die sie nach und nach aufgenommen hat, Gänsehaut macht sich hier breit, schööööön.  - Jetzt fetzt es auf der Tanzfläche zu Afro-Oriental. Die Gruppe Safira and Friends, eine sehr große Tanzgruppe, präsentiert hier eine Choreographie von Manis, die sich bei verschiedenen Gruppenbildern ein bißchen von Michael Flatley hat inspirieren lassen. Soviel Power auf der Bühne, da ist das Publikum sehr begeistert. - Anschließend gibt es wieder einen Programmpunkt zum Durchatmen mit Rachida und ihrem Oriental-Fusion, einem körperbetonten Tanz. Ihre sehr weichen Körperwellen und gefühlvollen Tanzbewegungen ziehen den Zuschauer in ihren Bann.
Farah und ihre Tanzpartnerin Kirstin bilden das Duo Karisma, sie haben ein fröhliches Miteinander zu „Hadi Kudur“ in einem Modern Oriental Dance choreographiert mit kleinen neckischen Frechheiten wie „ich kann den Shimmy aber besser als Du“ oder „wohin tanzt Du jetzt, komm sofort zurück“.  Auch hier war förmlich der Spaß am Tanz zu spüren.
Nach dem letzten Tanz, einem effektvollen Fächerschleiertanz zur asiatisch anmutenden Musik „The Spring in Lhasa“ von der Projektgruppe von Manis, geht die wunderschöne und abwechslungsreiche Werkschau nun zu Ende. Ein großes buntes Finale beschließt den Abend.
Einen weiteren Augenschmaus stellt der Federfächertanz der Gruppe Safira dar. Hier lacht – ganz ehrlich – mein Fotografinnenherz, so schöne Motive, eine Fächerblume erblüht und dreht sich, die Tänzerinnen umrahmen immer wieder in neuen Bildern ihre Körper.  
Der Eröffnungstanz
Juman mit "Billie Jean"
Petra
Projektgruppe Manis mit "Mysstic of the Sword"
Michaela
Duo Karisma
Safira "Federfächer" (Choreografie Manis)
Projektgruppe Manis mit "The Spring in Lhasa" (Choreografie Manis)
Juman mit "Muezzim & Amine"
Wieder gibt es etwas Klassisches, der Titel „Khidni Habbi meets Echo & Call“. Manis’ Projektgruppe hat hier einen Orienttanz mit Trommel-Solo erarbeitet, ganz klassisch mit Schleier-Entree, wechselnden schönen Tanzbilder und einem anschließenden Trommelsolo. Dieses ist gespickt mit vielen kleinen Effekten wie „Mundtrommeln“ (Wangenklopfen bei geöffnetem Mund), oder Händeklatschen zur Untermalung der Trommelmusik. Eine schöne Darbietung, nach einer Choreografie von Manis, die viele Eindrücke mit in die Pause nimmt.
Projektgruppe Manis mit einem klassischen orientalischen Tanz
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ORIENTALE 2011 - Projektgruppe Orientalischer Tanz
"Die Reise der Karawane 2011"
Düsseldorf, 13. März 2011, tanzhaus nrw

ein Bericht von Uschi Dittmann