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Showberichte
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Photos © André Elbing (www.andre-elbing.de)
Das Show-Programm der Orientale in Düsseldorf wird maßgeblich von Tänzerin, Tanzlehrerin und Choreografin Manis gestaltet, so auch die Show „Oriental Lounge“, die Veranstaltung, bei der auch Manis selbst und ihr Ensemble SINAM die eigene Tanzkunst präsentieren. Natürlich lädt sie sich auch Gäste dazu ein, dieses Mal sind es die persische Tänzerin Mojgan Arzami und ihr Ensemble, Gamila, Sophia Chariarse, Deva Matisa, Rachida und Safira.
Die Show beginnt mit einem frischen, klassischen Schleiertanz der Gruppe SINAM. Sechs Tänzerinnen wirbeln zu „Escape from Cairo“ über die Bühne, eine mitreißende Darbietung. Im zweiten Teil der Performance gesellen sich zwei weitere Tänzerinnen zur Gruppe, eine davon ist Chefin Manis selbst, und wir erleben ein freches und schmissiges Gruppen-Trommelsolo.
Zu Oudklängen sehen wir nun armenische Folklore der Gruppe Mojgan. Bezaubernd und anmutig tanzen die mit Kopfschleiern und Zöpfen geschmückten Frauen in verschiedenfarbigen Kostümen einen bunten Reigentanz. Was für ein hübsches Farbenspiel! Sie erzählen uns eine Geschichte mit ausdrucksvollen Gesten, sehr zart und weiblich.
Von Rachida bekommen wir einen Stocktanz zu einem Shakira-Saidi-Mix zu sehen. Sie interpretiert den sonst oft fröhlichen und mit vielen Hüpfern garnierten Stocktanz einmal ganz anders. Ihre Version des Saidi ist erdig, fraulich und sinnlich.
Sophia Chariarse zieht mit ihrem bewegenden Bollywood-Tanz das Publikum in ihren Bann. Wie entrückt erscheint sie und erzählt uns tänzerisch ihre traumhafte Geschichte. Anmutig und kraftvoll zugleich ist ihre Darbietung, und die Präzision ihrer Hände und die perfekt ausbalancierten pointierten Drehungen zeigen, wieviel Herzblut sie in die Ausarbeitung ihrer Tänze legt. Das Publikum tobt vor Begeisterung. Gänsehaut!
Außergewöhnlich geht es weiter. Drei große Namen haben sich zusammengetan: Gamila, Manis und Deva (Matisa). Sie tanzen als Trio GaMaDe zu einer schönen orientalischem Musik mit klassischen Akzenten die man als „Aladdin meets Tschaikowsky“ bezeichnen könnte. Ihr Tanz ist spannend choreografiert: Das Drei- gespann bleibt synchron in allen Bewegungsabfolgen, lediglich die Formation ändert sich ständig.
Die Gruppe Safira kommt uns afro-orientalisch mit einem Hauch „Down Under“. Zu einem temporeichen Musik- stück mit Samba- pfeifen, Didgeridoo und viel Perkussion tanzen die zehn Frauen einen erdigen und sehr energeti- sierenden Tanz.
Es schwingen sogar noch weitere World-Dance Einflüsse mit, denn auch feurige Schrittkombinationen aus Südamerika und irischer Linedance wird hier dargeboten. Dieses tänzerische Feuerwerk verdanken wir ebenfalls der Choreografie von Manis.
Folklore ist jetzt an der Reihe, die Tänzerin Mojgan Arzami präsentiert einen klassisch-persischen Tanz. Eine riesige Rahmentrommel schlagend beginnt sie ihre Darbietung, und dann schenkt uns die quirlige Iranerin ihren fröhlichen, verspielten Tanz mit hübschen Gesten und verlockender Mimik.
Anschließend erfreut uns Manis mit einem Latin-Oriental Solo. Zur südamerikanischen Version von R.E.M.s „Losing my Religion“  tanzt sie raumgreifend eine sinnlich-elegante Mischung aus Orientalischem und Lateinamerikanischem.
Die Gruppe SINAM überrascht mit einem Haartanz, dem sogenannten Khaleegy. Die vier Frauen tanzen diesen mit allen Raffinessen, die Manis in diese Choreografie eingebaut hat. So werden nicht nur die Haare geworfen, sondern auch ganz klassisch die Stoffbahnen des langen und weiten Khaleegy-Gewandes als Schärpe oder auch als Kopfschleier zum Einsatz gebracht.
Bei Manis‘ Gruppe Safira merkt man, wie gut Orientalischer Tanz der weiblichen Seele tut. Wenn die acht Frauen so voller Stolz, Anmut, Selbstbewußtsein und vor allem mit Liebe zu ihrem Tanz über die Bühne schweben, wird einem ganz warm ums Herz. Die abwechslungsreichen
Auch Tribal Fusion wird an diesem Abend geboten. Komplett in Silberweiß  schlängelt sich Deva Matisa wie eine Unterwassernymphe zu nautisch-psychedelischer Musik. Fast fühlt man sich in die 60er Jahre versetzt und an Barbarella erinnert. Ihre Fusion von Tribal und Elementen des zeitgenössischen Tanzes wirkt hypnotisch, und sie garniert ihren abgefahrenen Tanz mit tollen Layerings.
Choreografien von Manis sorgen dafür, dass es nie langweilig auf der Bühne wird. Immer wieder treffen sich die Tänzerinnen zu neuen Formationen zusammen, und im zweiten Teil des bunten Tanzpotpourris begegnen uns auch noch Federfächer-Arrangements, ein Solo, eine Stocktanz-Einlage, und zum Abschluß ein gemeinsames, furioses Trommelsolo.
Safira
Deva Matisa
Mojgan Arzami
Manis
SINAM
Sophia Chariarse
Safira
SINAM "Escape from Kairo" (Choreografie Manis)
Gruppe Mojgan
Rachida
Manis und SINAM
Trio GaMaDe (Choreografie von Nevein Ramez)
VORWORT
Der zweite Teil des Orientale-Rückblicks 2011 steht ganz im Zeichen von Manis' zwei persönlichsten Shows. Diese stellt sie komplett selbst zusammen, und hier darf sie schalten und walten, wie sie möchte. Die "Oriental Lounge" bringt uns all die Künstler und Tänze nahe, welche sie einmal auf dieser Bühne versammeln wollte - frei von den Zwängen eines Themenabends oder einer Werkschau. Und so gibt es hier immer wieder die eine oder andere Perle zu entdecken. Wer ein bißchen besser verstehen will, wie Manis "tickt", schaue sich die "Lounge" an.
Die andere Veranstaltung dieses Rückblicks folgt der "Reise der Karawane". Woanders würde man diese Schau der Projektgruppen womöglich "Schülerinnen-Show" nennen, doch steckt eigentlich schon ein bißchen mehr dahinter. Bei Manis in einer Projektgruppe mitzumachen, dafür sind sich  auch gestandene Tänzerinnen nicht zu fein. Und wenn Manis nicht gerade im Tanzhaus wirkt, zieht sie durch die Lande, quer durch Deutschland und darüber hinaus, und leitet Projektgruppen an. Schwerpunkt der "Karawanenreise" bildet die Düsseldorfer Projektgruppe, ihre chronologisch erste (und viele der Teilnehmer sind auch beim nächsten oder übernächsten Mal wieder dabei), dazu kommen Ausgewählte aus anderen Gruppen. Hier gibt es immer wieder etwas Phantastisches zu sehen, und ja, auch diese Show erklärt Manis.

ORIENTALE 2011 - ORIENTAL LOUNGE
Düsseldorf, 5. März 2011, tanzhaus nrw

von Konstanze Winkler (Vorwort von Marcel Bieger)