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Showberichte
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Photos © André Elbing (www.andre-elbing.de)
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Nach der Pause erleben wir einen wilden Showopener, der die zweite Halbzeit einläutet: Zwölf Frauen in Saidikleidern rennen quer über die Bühne! Sie finden sich aber schnell zusammen und nun tanzen die Gruppen SINAM, Safira und Chefin Manis gemeinsam einen schwungvollen Stocktanz.

Die abwechslungsreiche Choreografie dieser Darbietung stammt von Dr. Gamal Seif, und Manis setzt sie wunderschön und mit vibrierender Gruppenenergie gemeinsam mit ihren Tänzerinnen um. Dabei ist es ist bestimmt nicht einfach, zwei so große Gruppen aufeinander abgestimmt zu dirigieren. Aber es gelingt ihr wieder einmal, und so sehen wir nicht nur spannende Formationen, sondern auch gespielte Kämpfe mit dem Stock, und auch der Übergang in das „Doppelstock-Finale“ ist choreografisch klug gelöst!
Rachidas zweiter Tanz an diesem Abend ist ein schöner, klassisch-orientalischer
zu „Enta Omri“,
der leiden- schaftlichen
Ode von Sängerin Oum Kalthoum. Sie tanzt ihn sehr fraulich, sinnlich und mit Bedacht.
Die Gruppe Mojgan hat sich ebenfalls schwere Musik für ihren nächsten Tanz ausgewählt. Zu tragischen Zigeunerweisen wirbeln die zwölf Frauen in bunten Kostümen mit fishtailartigen Röcken und einseitig getragenen Puffärmelchen über die Bühne. Diese Ärmel tragen eine Überraschung, geschickt aufgelöst entpuppen sie sich als Schleier, die in den Tanz mit einbezogen werden. Eine schöne Choreografie, dennoch hat mir bei solch schwerer Musik etwas mehr Leidenschaft und der dramatischen Ausdruck gefehlt.
Fächerschleier par excelence! SINAM und Manis tanzen zu „Mission“, einem schrägschönen Tribal-Fusion Musikstück der Gruppe Beats Antique. Sie zaubern in verschiedenen Formationen wunderschönste Bilder mit ihren Fächerschleiern auf die Bühne, auch die rhythmisch schwierige Musik mit ihren überraschenden Akzenten und Pausen ist phantasievoll interpretiert. Wenn es um Schleiertanz geht, haben Manis und SINAM immer schwer was los!
„Oriental RnB“ nennt Deva Matisa ihre nächste Darbietung, dahinter verbirgt sich eine 1A Hip-Hop Performance mit Modern Dance Einflüssen. Hip Hop ist eigentlich ein maskulin wirkender Tanzstil, aber Deva gelingt es tatsächlich, diesem rauhen und ruppigen Tanz eine sinnlich weibliche Note zu verleihen. Sie tanzt ihn mit Erdigkeit aber ohne Schwere, cool und mit Präsenz.
Gamila tanzt spielerische Schönheit, mit ihrem Raks Verona, einer klassisch orientalischen Improvisation. Sehr weiblich, leicht, mit schwingendem Haar und voller Lebenslust erfreut sie das Publikum mit ihrem Tanz.
Nun ist noch einmal die Gruppe Mojgan an der Reihe. Sie haben uns einen persisch-aserbaidschanischen Tanz mitgebracht, eine Art fröhlicher Zigeunerfolklore, die den zehn Frauen sichtlich Freude bereitet. Der Funke springt auch gleich ins Publikum über, weil die Tänzerinnen mit ihren wilden Sprüngen, und sogar Kasatschok-Elementen begeistern.
Manis‘ Gruppe Safira traut sich an etwas Orientalisch-Burlesques heran. Zu „Whatever Lola wants“ tanzen sie eine hübsche Choreografie nach Manis‘ Art mit burlesquem Versteckspiel hinter großen Federfächern.
Ein dickes Dankeschön an dieser Stelle an Manis, die mit ihrem unermüdlichen Einsatz sich und ihre Tanzgruppen sozusagen jedes Jahr neu erfindet und immer großartige Gaststars präsentiert, die sich wunderbar in das Gesamtkonzept einfügen. Die „Oriental Lounge“ beweist auch wieder einmal, dass es nicht immer Superstars aus den USA braucht, um eine phantastische Show auf die Beine zu stellen. Unsere deutschen Tänzerinnen können sehr stolz auf ihre Kunst sein.
Zum Abschluß sehen wir „Burning Veils“, eine Doppelschleier Performance der Gruppe SINAM. Wem das jetzt bekannt vorkommt, ja, das hat es schon einmal gegeben. Aber die wirbelnden „Feuerschleier“ wurden auf vielfachen Wunsch noch einmal ins Programm genommen, weil diese elegante, sphärisch-moderne Schleierchoreografie einfach so wunderschön anzuschauen ist.
Jetzt wird es noch einmal wild, Sophia Chariarse mit einen Ethno Tribal Fusion. Sie tanzt das schamanisch anmutende Trommelstück beinahe wie in Trance, und interpretiert die perkussionslastige Musik mit tollen Layerings, wilden Sprüngen und intensiven Blicken, die einem durch und durch gehen. Ein entfesselter Bodenpart kürt ihre Darbietung.
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Manis und SINAM
SINAM, Safira und Manis
Rachida
Gruppe Mojgan
SINAM und Manis (Choreografie Manis)
Deva Matisa
Gamila
Gruppe Mojgan
Sophia Chariarse
SINAM "Burning Veils" (Choreografie Manis)
Safira
Gamila und Manis
Finale
Wenn Manis und Gamila gemeinsam auf die Bühne treten, darf man Spannendes erwarten. Dieses Mal haben sie sich gemeinsam eine außergewöhnliche Kurz-Fächerschleier Choreografie ausgedacht. Sie teilen sich ein Paar Fächerschleier und tanzen damit ein Raks Sharki Duett.

Eng beieinander setzen die beiden ihre Fächer so ein, als würden sie gemeinsam nur als eine Person tanzen. Mittendrin ein Intermezzo mit Halbrundschleiern. Manis und Gamila tanzen mal spiegelgleich, mal spiegelverkehrt und es ist eine Augenweide, ihnen dabei zuzuschauen.

ORIENTALE 2011 - ORIENTAL LOUNGE
Düsseldorf, 5. März 2011, tanzhaus nrw

von Konstanze Winkler