Startseite/Aktuelles
zurück zu
Showberichte
Photos © Konstanze Winkler
zurück zur Show "Colours" ...
ORIENTALE 2012
Düsseldorf, 16. - 26.2.2012
von Marcel Bieger

"OPEN ORIENTAL STAGE"
19. Februar 2012
Stimmt, andere haben so etwas schon früher eingeführt, aber eben nicht so wie das „tanzhaus nrw“. Läuft bei einigen Festivals der Nachwuchs als mehr oder minder schmückendes Beiwerk mit, oft genug versteckt, so als schäme man/frau sich seiner, so widmet das Tanzhaus ihm einen eigenen Orientale-Abend. Schließlich weiß man in der Hochburg des Tanzes, daß der Nachwuchs nicht vom Himmel fällt, gefördert werden will. Im letzten Jahr erstmals eingeführt, gehörte er bereits in diesem Jahr zu den Publikums-Lieblingen. Dabei findet sich die Auswahl der Künstlerinnen bei weitem nicht von allein. Etwa jede Dritte wird auserwählt, bei Gruppen sieht der Schnitt etwas günstiger aus. Manis, Dorothee Schackow und Bruno Assenmacher, die gemeinsam die Sichtung durchführen und die Auswahl treffen, sind darüber hinaus auch bestrebt, sämtlichen Stilrichtungen des Orientalischen Tanzes und des Tribal genüge zu tun.
Mehr oder minder, denn dem Überangebot von Tribal-Fusion-Solistinnen steht ein immer weiter sinkender Andrang von klassischem Nachwuchs gegenüber. Dennoch ist es ihnen auch 2012 wieder gelungen, eine gewisse Parität zu erreichen. Manis geht darüber hinaus auch auf noch zu wenig bekannte oder recht neue Künstlerinnen zu ermuntert sie, es doch einmal auf der Offenen Bühne zu versuchen.
Vier Tribal-Gruppen und eine Orientalische haben es heuer auf die Offene Bühne geschafft: Xandri Nur als neues Vorzeige-Ensemble der Kölner Tanzschulbetreiberin Xahira, ein ganz neues Projekt, sozusagen noch ofenwarn, mit einer Mischung verschiedener Stilelemente, auch OT. – Aus Augsburg die phantastischen Ereshkigal, die 2012 einen riesigen Karrieresprung hingelegt haben und mit ihren phantasievollen Auftritten noch lange auf den Bühnen der Republik zu sehen sein werden. – Ebenfalls aus Köln der schon seit längerem bestehende Tribe E’fey, der sich ganz den Geschichten aus der antiken Sagenwelt verpflichtet sieht. Ras el Hanout fügen dem Tribal Fusion eine gehörige Portion Zeitgenössischen Tanzes bei, eine interessante Kombination.

Dunja Magnuna erfreuen mit einem Gruppen-Hula-Tanz und lösen damit viel Interesse und Freude aus. Eigentlich schade, daß man den polynesischen Volkstanz nicht ein wenig öfter bei uns zu sehen bekommt.
Damit zur härtesten Gruppe, den Tribal-Fusion-Solistinnen, bei der wegen des großen Andrangs am meisten aussortiert werden muß. Wer es hier also auf die Bühne schafft, darf sich einiges einbilden. – Aus der Schweiz kommt Amanda, die bereits beim 2. Oberrheinischen Festival großen Erfolg verbuchen konnte, und tanzt ein Stück, das sich langsam, aber ungeheuer steigert. Ihr zweites Stück fällt hingegen melancholisch und elegisch aus, was beim Tribal Fusion nicht eben an der Tagesordnung ist. – Inga Petermann aus Springe bei Hannover hat ebenfalls ein erfolgreiches Jahr 2012 noch vor sich (im Juni wird sie beim 5. Tribal Festival in Hannover den Publikumspreis gewinnen). Sie tanzt einen quicklebendigen Balkan Fusion. – Ida Mahin ist die Chefin von Ereshkigal und zeigt hier mit einem chinesischen Fächertanz ein weiteres Mal ihre ungeheure Phantasie und Themenvielfalt. –  Ayeris  kommt vom OT, zeigt hier und heute aber eine der modernsten Varianten des Tribal Fusion, die Mischung aus Hip Hop und Kampfsport. Sehr agil und mit viel Bodenarbeit.  -  Miriam Karout versucht sich an einer Mischung aus Orientalischem Tanz und Hip Hop. Allein ein solcher Versuch verdient schon Anerkennung.  Ihr Vortrag ist kurz und grell wie ein Video-Clip.
In der klassischen Abteilung freuen wir uns auf das Wiedersehen mit Amierah Hazara, keine ganz unbekannte Künstlerin mehr, bringt einen Stocktanz in eigener Interpretation und den Klassiker unter den Klassikern, den Raks Sharki zum Vortrag. – Auch Shandra begeistert sich für den Raks Sharki, natürlich in seiner sinnlichsten und stimmungsvollsten Variante, der ägyptischen natürlich. Von Elmira erleben wir einen Schlangentanz, eine Mischung aus Orientalischem Tanz und Balkan-Volkstanz, ihr zweiter Auftritt an diesem Abend beschert uns die Königinnendisziplin, einen Raks Sharki mit nachfolgendem Trommelsolo.  – Mit einer Mischung aus Schleiertanz und Raks Sharki erfreut Jasmina Moussa, eine noch sehr junge Künstlerin, von der wir aber sicher noch einiges erwarten dürfen.
SCHLUSSBEMERKUNG

Eigentlich hätte jetzt ein Beitrag über die „Reise der Karawane“ folgen sollen, der Abend, an dem Manis’ Projektgruppen zeigen, was sie so alles erlernt und erarbeitet haben. Da Manis jedoch in diesem Jahr ihr 20-jähriges Dienstjubiläum als Projektgruppen-Initiatorin feiert, erscheint uns eine Würdigung ihrer Gesamtleistung auf diesem Gebiet angebracht. Der Projektgruppen-Abend 2012 wird selbstverständlich in diesen Artikel einfließen.

Amanda Märkli (Schweiz)
Inga Petermann
Xandri Nur
Ereshkigal
Ida Mahin
E'fey
Ayeris
Ras El Hanout
Miriam Karout
Dunja Magnuna
Shandra
Amierah Hazara
Jasmina Moussa
Elmira