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GEHOBENE STIMMUNG

Zur „Orientale 2010“ in Düsseldorf, II. Teil

von Marcel Bieger
Fotos :André Elbing

Ein relativ neues Duo bilden Eliza & Farahnaz (die aber vorher schon jahrelang getanzt haben, ehe ihre Wege sich kreuzten). Im letzten Jahr sind sie durch einen Fusion mit starken Untertönen aus dem Zeitgenössischen Tanz bekannt geworden, auf der Orientale zeigen sie einen Fusion mit Balkan- und anderen Elementen. Der sehr lebenslustige, oft witzige Beitrag trägt sich auch dadurch, wie gut die beiden aufeinander eingehen.
Zum ersten Mal auf der Orientale erscheint das Duo KarMa (das am nächsten, dem Tribal-Abend, noch einmal, allerdings mit anderen Beiträgen zu sehen ist). Gemeinsam zeigen sie ein relativ neues Werk, „Hiyyawizz“, eine von ihnen selbst erdachte Umschreibung für eine Mischung aus Hip Hop, Orientalischem Tanz, Ballett, Barmusik und, und, und. Dazu Shimmies und Flutters im Überfluß. Schon die Kostüme, dreiteilige Anzüge (allerdings ohne Jackett), mit TüTü. So etwas bekommt man selbst bei der Orientale nicht oft zu sehen.
Später tanzt Mephista (das „Ma“ von Karma, das „Kar“, Xahira, hat am nächsten Tag ihre Soli,) ihre Bewunderung für den österreichischen Jugenstil-Maler Gustav Klimt. Im goldfarben-roten Streifenkostüm und expressionistischer Frisur beginnt sie ein Trommelsolo, läßt dem einen Drehtanz folgen und mischt immer mehr Hip Hop und Fusion darunter. Mit allen Verrücktheiten ein ungemein spannender Beitrag.
Ein neuer Stern am US-Tanzhimmel, die Königin des Hip Hop, an begeisterten Kritiken wird bei Anasma nicht gespart. Als wir sie dann endlich und zum ersten Mal auf deutschem Boden zu sehen bekommen (so ganz stimmt das allerdings nicht, sie stand vor Jahren schon einmal in einer Formation in Frankfurt/M. auf der Bühne), sind dann auch wir schon nach wenigen Minuten hin und weg. Dabei beginnt alles ganz handzahm mit einem traditionellen Raks Sharki und erzählt zu Flötenklängen eine Liebesgeschichte. Die Affäre scheint aber nicht gut auszugehen, Anasma rauscht zum Schluß beleidigt von der Bühne.
Nachdem sie so ihre Referenz an Mutter Orientalischer Tanz erwiesen hat, zieht sie in ihrem zweiten Beitrag am Ende dieses Abends alle Register. Wer erinnert sich noch Breakdance? Der nebst Hip Hop sowie Streetdance, das alles wird zu einem einzigen Anasma-Spannungsfeld, in das sie auch noch Bewegungen aus den Martial Arts einstreut. Tribal und Orientalischen Tanz reduziert sie gelegentlich bis aufs Gerippe, um beide dann wieder stärker einfließen zu lassen. Ihre Körperbeherrschung ist sprichwörtlich, und als sie dann Theater und Tanz kombiniert, bekommen wir auch zum ersten Mal das kleine Teufelchen zu sehen, das uns am nächsten Abend so viel Freude bereiten soll.

Ein großer Abend liegt hinter uns, an wir wiederum das ganze Universum des Orientalischen Tanzes ausgebreitet bekommen haben.

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