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Zur „Orientale 2010“ in Düsseldorf, V. Teil

von Marcel Bieger
Fotos :André Elbing

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Traditionell ist die „Reise der Karawane“ der Schlußstein einer Orientale, hier geben die Kurs-Teilnehmerinnen der Orientalischen Tänze sozusagen Auskunft darüber, was sie im vergangenen Jahr gelernt haben.
Das tanzhaus führt ja nicht nur Festivals oder Show-Abende durch, sondern hat auch ein ebenso umfangreiches wie qualitativ hochstehendes Kurs-Programm. Und wenn die Schülerinnen auf die Bühne kommen, darf man sich als Zuschauer wirklich freuen. Hier gibt es keine ungelenken Kinderbeinchen, hier versucht niemand, VHS-Niveau zu unterbieten, und hier bekommt man auch keine fünf oder mehr Raks Sharkis hintereinander geboten. Dafür sorgt Manis,  die für und mit den Schülerinnen für diesen Abend ein regelrechtes Programm ausarbeitet. Zugute kommt ihr dabei das beachtliche Niveau dessen, was im Tanzhaus gelehrt wird, und der Umstand, daß viele der Schülerinnen gern wiederkommen.
Unbedingt zur Karawanen-Reise dazu gehören die stimmungsvollen und erhellenden Bilder auf der großen Leinwand und ein Märchenerzähler, wahlweise eine Märchenerzählerin. Die stets wechselnde Märchengeschichte liefert seit Jahren zuverlässig Sandra Zaremba, die sich von Mal zu Mal noch mehr steigert. An diesem Abend sehen wir vor allem die Projektgruppe Düsseldorf (Manis betreut noch in anderen Städten Projekte), und als Gäste sind die Teilnehmerinnen der Projektgruppe Deva Matisa dabei (einer Gast-Dozentin aus Berlin, die als Tänzerin sehr bekannt geworden ist). Als Gast dabei ist auch die Gruppe „Safira“, deren Mitglieder in früheren Jahren an der Projektgruppe teilgenommen haben. Bruno Assenmacher ist auch (mit Verstärkung) zugegen, und die einzelnen Märchenkapitel trägt uns Antonia vor. Manis ist eine begnadete Choreographin, und so bekommen wir Formationstänze von großer Vielfalt und Schönheit zu sehen. Daneben aber auch Duos und Solo-Auftritte.
Wer bei einem Manis-Projekt mitmacht, muß mit den anderen bestimmte Choreographien einstudieren, hat darüber hinaus aber auch die Möglichkeit, etwas Eigenes beim „Karawanenabend“ vorzuführen.
Die Show beginnt mit dem Einmarsch der Mitwirkenden: Zunächst wir von vier Frauen ein Riesenschleier hereingetragen und wellenförmig bewegt, und dahinter zeigen sich die anderen, laufen vor und zurück und gehen wieder ab. Die Projektgruppe Düsseldorf führt dann ihren ersten Tanz auf, einen Stocktanz zu orientalischem Pop Rock. Ein ständiges Auseinanderfallen der Formation in Kleingruppen und Zurückfinden zur Gesamtgruppe macht die hübsche Choreographie aus. – Gleich darauf berichtet uns die Märchenerzählerin vom großen Feuer in der Bibliothek Alexandriens, dem Ausgangspunkt der heutigen Geschichte.

Das Duo Kimiria erinnert sich der immer wieder gern gesehenen Spiegelnummer aus alten Filmkomödien, wo zwei Personen sich zu beiden Seiten eines Rahmens gegenüberstehen und die exakt gleichen Figuren, Grimassen und Posen ausführen, so als blickten sie in einen Spiegel. Das mit einem Trommelsolo zu verknüpfen ist schon eine ebenso pfiffige wie hübsche Idee (und bietet noch allerlei Gelegenheit für Albereien und kleine Späße)

Manis und Gamila haben ihn im letzten Jahr als Duo aufgeführt, den „Tango Arabica“, diesmal tanzt ihn ein Septett von Frauen aus der Projektgruppe und der Gruppe Safira als Formationstanz. Wie nicht anders zu erwarten, funktioniert das auch. Die Gruppen-Choreographie hält die Balance zwischen beiden Stilen, auch wenn der Tango-Anteil etwas stärker geworden zu sein scheint.
Heidi aus der Projektgruppe unterhält uns gut mit einem schwungvoll lebendigen Schleiertanz. Man merkt, bei wem sie in die Schule gegangen ist, aber das soll ihrer Darbietung beileibe keinen Abbruch tun, denn sie besitzt durchaus eigenen Stil und Ausdruck.
„Gypsy Oriental“, von Jana und El Saada steht nun auf dem Programm, ein feuriger Balkantanz, der in Flamenco übergeht, bis die Frauen zu einer Dreieck-Formation zusammenfinden und einen stilisierten Sirtaki zum Besten geben. Und als wäre das alles noch nicht genug, rundet ein Trommelsolo den Beitrag ab. Eine choreographische Höchstleistung von Jana.
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