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Zur „Orientale 2010“ in Düsseldorf, IV. Teil

von Marcel Bieger

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weiter zur Karawane...
SPANNEND UND MIT DIAS
- zwei Vorträge
Der Tanz wäre keine Kunstform, wenn es nicht Leute gäbe, die an ihm forschten oder über ihn schrieben. Bei der diesjährigen Orientale erhalten zwei Menschen, die dem Orientalischen Tanz besonders verbunden sind, Gelegenheit, dem Publikum ihren Forschungs-Gegenstand näherzubringen. Beide werden von je etwa zwei Dutzend Menschen besucht, und ein solcher Kreis ist gerade noch groß genug, damit Zuhörer sich trauen, Fragen zu stellen, oder damit so etwas wie eine Diskussion in Gang kommt.
Zwei Stunden vor dem Tribal-Abend ist dies Helena Lehmann, ihres Zeichens gelernte Moderatorin, die uns „La Jana“ näher bringt. Diese war zu ihrer Zeit (Ende der 20er und während der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts) als exotische Tänzerin in aller Munde, wegen ihr strömte das Volk in die Kinos. Helena hat über die Künstlerin ein Buch geschrieben (Helena Lehmann: La Jana. Eine Biografie. Eigenverlag, Wiesbaden 2008, mit dessen Hilfe und lichtbildunterstützt sie nachweist, daß es sich bei dieser Frau um die Großmutter des Orientalischen Tanzes in Deutschland handelt. Als erfahrene Moderatorin weiß Helena, wie man ein Publikum für sich gewinnt, und so lauscht man ihr besonders gern, wenn sie launige Geschichten über die Entstehung ihres Standardwerks wie auch darüber zum besten gibt, wer sich alles nach dem viel zu frühen Tod der La Jana noch an ihrem Ruhm zu bereichern versuchte. Unbedingt wiederholen!
Bruno Assenmacher ist der wohl bekannteste Tabla-Trommler Deutschlands (nicht der einzige, es gibt noch einige andere, darunter auch sehr gute), und er bringt uns in seinem Vortrag die arabische Musik näher. Zwei Stunden vor der „Reise der Karawane“ bittet er zur Runde: Mit Bildern, Klangbeispielen und einer Ansammlung von Schlaginstrumenten führt er uns in eine geheimnisvolle Welt, erläutert Aufbau und Struktur der arabischen Musik, erklärt Trennendes und Verbindendes und untermalt das Ganze mit einer Vielzahl von Musikstücken – und das Ganze so einsichtig und locker, daß man sich danach fragt, Mensch, warum bin ich da nicht selbst schon längst drauf gekommen. Vor allem bleibt die Weisheit hängen, daß Musik, gleich nach welchen Harmonien und Tonleitern, universell ist und überall die gleichen menschlichen Grundbedürfnisse bedient. Auch hier möchte man mehr erfahren, vielleicht im nächsten Jahr?
Helena Lehmann
Bruno Assenmacher
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