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Photos © Karin Lux (www.lux-light-art.de)
Wann hat es das eigentlich schon einmal gegeben? Da legt ein dreizehnköpfiges deutsches Tanz-Ensemble eine knapp zweistündige Show hin und nimmt diese auf DVD auf. Und die ist sogar für die Öffentlichkeit bestimmt.

Rakas
Orientalische Tanzshow
(auf DVD)

- von Marcel Bieger

Zwölf junge Damen unter der Leitung der ewig jungen Enussah, das sind RAKAS, und von denen ist hier die Rede. Das Ensemble ist zwar aus einer Tanzstudio-Showgruppe entstanden – richtig, in Enussahs „Scarabeo Palace“ in Nürnberg -, hat von dort aus aber immer weitere Kreise gezogen und Preise gewonnen: Einer der wichtigsten war der erste Platz bei der zweiten Austragung des „Tribal Star“ im Rahmen des Tribal Festivals zu Hannover 2012, seitdem sind etliche hinzugekommen, zuletzt in Hameln bei der deutschen Meisterschaft im Orientalischen Tanz, wo insgesamt in sechs Kategorien der 1. und in einer der 3. Platz abgeräumt werden konnten. Doch nicht nur das, Rakas-Mitglied Romy Mimus schaffte es sogar bis in die ehrwürdigen Reihen der amerikanischen Super-Show-Truppe „Bellydance Superstars“ und ging als vollwertiges Mitglied mit ihnen auf Tournee. Damit nicht genug, Rakas tanzte unlängst in Monte Carlo vor handverlesenem Publikum, eingefädelt von Miles Copeland. Kurzum, man kann sie inzwischen überall auf der Welt sehen, aber auch gern hier in Deutschland, wo sie als Solisten, als Ensemble oder in Kleingruppen begeistern.
Dreizehn junge Frauen, wir sagten es bereits, die nicht nur wunderbar tanzen können, sondern auch wundervoll aussehen. Aber steckt nicht noch mehr dahinter, um zu einem der besten orientalischen Tanz-Ensembles unseres Kulturkreises aufzusteigen? Nur zwei oder drei weitere Gruppen fallen uns ein, die sich mit Rakas den Olymp des Orientalischen Tanzes teilen.

Schauen wir ruhig einmal in die DVD, sie gibt uns manche Antworten: Bei Wettbewerben werden in der Regel Punkte für das synchrone Auftreten einer Gruppe gegeben, bei Rakas muß man feststellen, daß sie perfekt aufeinander eingespielt sind. Falls es doch einmal zu einem kleinen Patzer kommen sollte, wird der sofort übertanzt, und keiner hat was gemerkt. Die Show, die auf diesem Silberling festgehalten worden ist, besticht weiterhin durch den pausenlosen Programm-Ablauf mit ineinandergreifenden Darbietungen: Tanzen die RAKAS in die vorangegangene Nummer hinein – so kommen von links (meistens) oder von rechts schon die nächsten Künstler auf die Bühne.

Der Zuschauer gerät dadurch in eine konstante künstlerische Hochstimmung und bekommt gar nicht mit, daß er am Ende der Show bald drei Dutzend Stücke gesehen hat. Genau sind es 33. Es gibt zwischendrin keine Ansagen (nur Einblendungen), und das gleichbleibend hohe bis sehr hohe Niveau der Rakas-Tänzerinnen sorgt zuverlässig dafür, daß jede Darbietung zum Genuß wird. Und stets wirken alle Damen frisch, konzentriert und bezaubernd. Der Kniff dahinter: Rakas treten nur selten im Dutzend auf, sondern zu sechst, oder zu acht oder auch nur zu viert, während die anderen sich derweil für den nächsten Beitrag umziehen, oder sogar für den übernächsten. So erlebt man permanente künstlerische Unterhaltung auf hohem Niveau, eine ebenso rasante wie perfekte Show.

Zwischendrin darf jede von den Damen zum Solo auf die Bühne, und das läßt sich natürlich keine von ihnen nehmen. Recht so, denn die Einzelleistungen belegen eindrucksvoll, daß sich niemand in der Menge versteckt, sondern jede einzelne eine wertvolle ranke Säule im Tempel dieses Gesamt-Kunstwerks ist. Kompliment an dieser Stelle an die Gründerin, Chefin und künstlerische Leiterin des
Rakas-Projekts, Enussah.
Nach soviel Vorrede jetzt endlich zum Inhalt, was bekommen wir geboten. Knapp die Hälfte der Vorführungen leistet die Gruppe, mal in großer, mal in kleiner Besetzung, wie oben schon angedeutet. Und dabei klappern sie so ganz en passant das gesamte Genre ab, was erneut auf ihr Höchst-Niveau schließen läßt. Ja, man gewinnt leicht den Eindruck, so souverän bewegen sie sich in den verschiedenen Stilarten, daß jede von ihnen eine Allround-Künstlerin sein muß.

Natürlich startet das Ensemble Rakas auf der DVD wie es sich für einen Anfang gehört, in voller Frauschaftsstärke. Es rauschen und wehen die Isis-Flügel, goldene Kugeln schweben, und zwischendrin artistische Einlagen von Gasttänzer Lukas. – Dann waren es nur noch fünf, im Anschluß sehen wir ein Quintett mit Doppelschleier, und man glaubt, hier fließe der Tanz anscheinend wie von selbst.

Ein Trio betritt die Bühne und begeistert uns mit einem frechen und quicklebendigen Electro Swing. – Etwas später sind es dann zwei, die in vorbildlicher synchroner Harmonie einen lyrisch verträumten Raks Sharki vorführen, bis dieser in ein kesses Trommelsolo übergeht.
Natürlich darf „Mumbay“ nicht fehlen, das Belly Fusion-Stück inklusive eingestreuter Tribal-Bewegungen, mit dem das Ensemble den Tribal Star 2012 geholt hat (siehe oben). – Zu sechst besuchen sie dann den Balkan, genauer die „Disco Partizani“; Balkan-Musik geht ohnehin schon in die Beine, beim Rakas-Auftritt kann man erst recht nicht still sitzen bleiben.
Und noch ein Rakas-Klassiker, „Raksa“, eine Raks-Sharki-Routine mit einschmeichelnden Tanzbewegungen und als Clou das Wechselspiel von weißen und goldenen Kostümen. – Gleich in der Folge Tribal Fusion zu „Anubis“, wo sie zeigen, wie Tribal Fusion auch als Ensemble-Tanz funktioniert.

Ensemble-Bellydance könnte man viele Darbietungen von Rakas nennen, so auch „The Chosen One“, ein sinnlich verträumter Tanz. – Wen wundert’s, Rakas verstehen sich auch auf Bollywood, hier ganz verspielt und zart als Gruppentanz.
Vom Bollywood ist es auch zum Folklore-Medley nicht weit, ein Quintett zeigt uns den berühmten Haartanz Khaleegy in anspruchsvoller und doch gefälliger Form, und das Gleiche gilt für das Trio, das uns gleich danach mit einem Saidi beglückt. – Was gehört unbedingt zu einer solchen prallen Leistungs-Schau? Richtig, ein Trommelsolo. Und wenn Rakas das mit „Captivation“ auf die Bühne bringen, geht so richtig die Post ab. – So richtig rund geht es auch bei „Unreel the Reel“ zu, einem fetzigen Oriental Fantasy Fusion a la Rakas.

Die Rakas lassen die Bänder flattern und wirbeln, ein buntes und bewegtes Gruppenbild namens „Jubel“. – Und das Ganze noch einmal ganz groß in der letzten Nummer auf dieser DVD mit „Spirit of Orient“, wo alle dreizehn uns ein farbenfröhliches Gemälde mit Bändern, Isis-Flügeln und Fächerschleiern auf die Bühne zaubern und so ein großes Abschlußfeuerwerk der Orient-Tanzkunst geben.
Nun zu die Einzeldarbietungen, in dem alle zwölf Rakas- Tänzerinnen unter Beweis stellen, daß sie nicht nur im Verbund, sondern auch einzeln auf der Bühne viel zu bieten haben.

Wir beginnen mit dem Solo von Alex, sie tanzt sehr fein und anmutig einen lyrischen Raks Sharki. – Nach ihr erleben wir Shanin zum Song „Desert Rose“, den sie mit Fächerschleier interpretiert, auch sie mit sehr schönen, fließenden Bewegungen.

Und gleich darauf Bianca damenhaft und einen Hauch verrucht mit Feder-Fächern und koketten Schritten zu „Welcome to My Harem“. – Etwas später Alexandria mit einer modernen Version des Raks Sharki, dem sie es aber nicht an traditioneller Leidenschaft fehlen läßt.

Gleich zweimal ist Yela vertreten, einmal mit dem einzigen Mann in dieser Show, Lukas, einem Artisten, der mit Yela romantische, aber auch gewagte Hebefiguren, Akrobatisches und Tanz in einer dramatischen Mischung darbietet. Lukas zeigt bei einem späteren Solo-Auftritt sein ganzes Können auf dem Gebiet der Akrobatik. – Yela erscheint uns im letzten Drittel der Show ebenfalls allein und das mit einem märchenhaften (durchaus wörtlich zu nehmen) „Snow White“, einem Belly Fusion zur Musik von  Evanescence.
Sanft und lieblich beschert uns Chrissie einen Orientalischen Tanz zu „Rivers Flow in You“. – Isabelle „mogelt“ sich in einen OT-Auftritt des Ensembles, die anderen umrahmen sie wie Blütenblätter, und schon legt sie zu einem kraftvollen Baladie los.

„You’re No Good“ befindet Larissa und unterstreicht das mit einem flotten und sexy Tribal Fusion. – Von Cassandra bekommen wir einen technisch perfekten Schleiertanz, zu dem sich ihre schöne Ausstrahlung gesellt.

Eine solche Show wäre nicht komplett ohne einen Abstecher nach Südamerika. Den bringt uns Sandra mit ihrem feurig rhythmischen Oriental Latin näher. – Und last not least Kaya mit der Königinnen-Disziplin Raks Sharki, den sie, wie gern genommen bei Rakas, besonders stimmungsvoll lyrisch anlegt.

Dann wäre da noch Romy, die wir aber leider nie in einem Solo erleben, dafür ist sie in allen Kleingruppen (und auch bei einigen größeren) zu sehen. Es wäre leicht gewesen, sie als Star herauszuheben, aber das verstieße gegen den Gruppen-Geist, das Ensemble-Gefühl der Rakas, wo alle gleich viel gelten. Leiterin Enussah achtet da sehr drauf, und deswegen steht sie mit ihren Soli auch an letzter Stelle dieses Berichts. Besser gesagt, es wird höchste Zeit, einen Blick auch ihre
Vorträge zu werfen:

Frisch und temporeich erleben wir sie in ihrem „Medley Oriental“, in dem sie uns Kostproben ihres weitgefächerten Könnens darreicht. – In „Kismet“ gibt sie nicht nur zu alter Filmmusik die Prinzessin, sondern strahlt sie regelrecht aus. – Eine erfahrene Tänzerin wie Enussah hat sich natürlich tänzerisch auch mit Lateinamerika angefreundet und stellt das mit dem Samba/OT „Orientino“ unter Beweis. – Und um die Darbietung ihres Könnens abzurunden, tritt sie schließlich noch mit dem exotischen und geheimnisvollen Säbeltanz „Karma“ auf die Bühne.

Ein toller (DVD-)Abend liegt hinter uns. Wir hätten die Show gern live gesehen, was uns zum Zeitpunkt des Mitschnitts leider terminlich nicht möglich war. Der Film an sich ist schon eine Klasse für sich, das Ganze live zu erleben, lohnt sich aber gewiß noch ein Stückchen mehr.
Homepage:
www.scarabeo-palace.com
Rakas bei facebook ...
Grafik/WebDesign: Konstanze Winkler
Rakas, der Show-Opener mit Isiswings
Rakas mit "Raksa"
Schlußpose der Eröffnungs-Nummer, in der Mitte Gasttänzer Lukas
Alex, Romy und Larissa mit "Booty-Swing"
Rakas, Oriental Fantasy Fusion mit "Unreel the reel"
"Jubel" - hier tanzen Rakas mit Bändern
Alex
Shanin
Bild oben: Bianca, Bild unten: Lucas
Alexandrina
Yela
Chrissie
Isabelle
Larissa
Cassandra
Sandra
Kaya
Finale
Enussah
RAKAS
sind als nächstes live auf der Bühne zu sehen bei der
TRIBAL CONVENTION
13. - 15. November 2015
in Nürnberg


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www.tribal-convention.com
Die nächste Rakas-Show findet statt am 17. September 2016 in der Stadthalle Fürth - Infos demnächst unter www.scarabeo-palace.com!