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Showberichte
in Leiden, NL
5. - 7. August 2011
INTERNATIONAL SUMMER BELLYDANCE FESTIVAL 2011
UND SAMSTAGS AUF DIE GALA

von Asha

Anusch hat ein sehr buntes Gala-Programm zusammengestellt. Schließlich hatte ja jede Tänzerin ihre eigenen Qualitäten. So konnte das Publikum eine breite Bandbreite – von türkischem Zigeunertanz über ägyptischen Raks Sharki, modernem Fahnentanz, Schwerttanz und Khaleegy aus Dubai – genießen. Anusch selbst hat den Eröffnungstanz dargeboten, damit das tänzerische Motto für den ganzen Abend gesetzt und die Zuschauer in ein Tanzmärchen entführt. Am Ende des Abends erfreute sie dann alle mit der Ankündigung, daß die DVD
der Gala Ende September (2011) erscheinen würde, damit wir alle diesen unvergeßlichen Abend noch einmal miterleben können.

Die Show wurde seitdem auch mit großem Erfolg im marokkanischen Marrakesch aufgeführt.

Grafik und Layout: Konstanze Winkler
Photos © André Elbing, www.andre-elbing.de
Sophie Armoza (Israel)
Nelly
Amar Lammar
Amira Ates
Shayma (Argentinien)
"Asha" aus dem Organisations-Komitee über die Veranstaltung:

Das internationale Sommer-Bauchtanz-Festival 2011 fand vom 5.-7. August im holländischen Leiden statt und wurde von der bekannten Tänzerin Anusch Alawerdian veranstaltet. Das Festival bestand aus vier Teilen: Workshops, Wettbewerb, Gala und Abschluß-Party (der „Bellydance Lounge“). Das Sommer-Festival fand zum ersten Mal statt, hat aber gleich so gut eingeschlagen, daß am Ende beschlossen wurde, ihm im Sommer 2012 eine Fortsetzung folgen zu lassen.

Wie gesagt, Veranstalterin war Anusch Alawerdian, die sich mit einer Frauschaft aus effektiven Assistenten umgeben hatte. Im Interview (s. u.) erklärt sie, daß ihr ein großes, professionelles und hochklassiges Festival vorgeschwebt habe. Und damit hat sie nicht übertrieben, denn genau so ist es gekommen. Ob auf der Bühne oder im Basar, alles war perfekt organisiert. Jedem noch so kleinen Detail wurde die größte Aufmerksamkeit gewidmet.

Eine Schar der erstaunlichsten Tänzer aus der ganzen Welt kamen zusammen: Milla Tenoria (VAE und Brasilien), Amar Lammar (Mexiko), Sophie Armoza (Israel), Nelly (Griechenland und Österreich), Shayma (Argentinien), Amira Ates (Niederlande), Amira Shazadi (Deutschland) und die Veranstalterin natürlich, Anusch Alawerdian (Armenien und Niederlande). Für die Musik sorgten Sänger Ramy Lapache und seine Band.

Während der drei Tage des Festivals wurden mehrere, stets ausgebuchte Workshops gegeben. Was nicht verwundern kann, wenn man bedenkt, daß man hier bei Star-Tänzerinnen aus der ganzen Welt lernen konnte.

DIE SHOW-GALA
von Marcel Bieger

Sechs internationale Künstlerinnen hatte Anusch Alawerdian für einen Tanzabend der Extraklasse aufgeboten, dazu gab sie sich selbst auch die Ehre, und die Zuschauer bekamen von jeder Künstlerin dank der beiden Show-Blöcke gleich mehrfach etwas geboten.

Unbestrittener und umjubelter Star des Abends ist natürlich die Gastgeberin selbst. Anusch Alawerdian bietet uns in ihren beiden Auftritten jeweils einen Raks Sharki, und bei ihr sind das nicht einfach die üblichen Schritte und Bewegungen, nach Art der jeweiligen Künstlerin interpretiert. Die in Armenien gebürtige und mittlerweile in Holland lebende Künstlerin fügt ihrem Raks Sharki neue Formen und Impulse hinzu, die jede ihrer Darbietungen zu einem besonderen Erlebnis werden lassen. Dabei vergißt sie natürlich ihre Leidenschaft und ihre Weiblichkeit nicht, die genauso im Vordergrund stehen wie ihre Eleganz und ihre Freude am Geschichtenerzählen.

Ihre niederländische Landsfrau, Amira Ates, zeigt einen ebenso flotten wie hübschen modernen orientalischen Pop, in dem sie Anmut mit Grazie paart. Aus diesem Tanz wird Raks Sharki, der geht bald in ein Trommelsolo über, und so finden sich hier alle möglichen Stile wieder, zusammengehalten von ihrer Freude am Tanz. Im zweiten Block erleben wir Amira dann als Meisterin des Raks Sharki, und auch sie erzählt eine Geschichte, aber eine voller Wehmut, Sehnsucht und Leidenschaft, immer wieder untermalt von Shimmies.
Raks Sharki bekommen wir auch von
Amira Shazadi aus Deutschland zu sehen, so wie man ihn kennt und wie er von den Traditionalisten gewünscht wird. Ihre Geschichten haben Leidenschaft und Wehmut, könnten die innere Zerrissenheit aber noch etwas stärker hervortreten lassen.
Exotik pur vermittelt die Mexikanerin Amar Lammar, wenn sie auf ihre ganz eigene, darf man sagen, südamerikanische Weise, den Raks Sharki interpretiert. Deutlicher noch wird dies beim anschließenden Trommelsolo, wo sich Tablas mit Sambarhythmus paaren. – Ungewöhnlich wird es bei ihrem Auftritt am Ende des zweiten Blockes, als sie auf ganz eigene Weise Fahnen schwenkt. Wo Männer dies mit Artistik besorgen, setzt sie weibliche Eleganz ein. Dem läßt sie dann einen Tanz folgen, in dem sich Melaya mit Khaleegy abwechselt
Anusch Alawerdian
Amira Shazadi
Zusätzlich wurde ein Wettbewerb durchgeführt, und der stand unter dem Thema „Orientalischer Bauchtanz.“ Alle Teilnehmer, insgesamt 20 von durchweg beachtlichem Niveau, haben um den Titel ‘Miss Summer Bellydance 2011’ gewetteifert. So stand der Jury ein hartes Stück Arbeit bevor. Laut ihrem Urteil hatten die drei Siegerinnen in der Präsentation ein Quentchen mehr zu bieten. Den ersten Platz und damit den Titel “Miss Summer Bellydance 2011” erzielte Izida (Deutschland/Bulgarien), ihr folgte Loretta (Niederlande), und auf dem dritten Platz landete Hana Yi (Süd-Korea - in Kürze ein Interview mit Hana Yi in dieser Zeitung.)
Natürlich konnte sie nicht auftreten, aber an ihrer Stelle sprang Amira Shazadi ein, eine Brasilianerin, die heute in Deutschland lebt. Amira hat ebenfalls in der Jury Sitz und Stimme erhalten. Die weiteren Mitglieder waren: Nelly aus Griechenland, die in Österreich lebt, Shayma aus Argentinien, Sophie Amoza aus Israel und natürlich Anusch Alawerdian, die Veranstalterin selbst.

Die Jury selbst setzte sich aus folgenden Tänzerinnen zusammen: Milla Tenorio aus Brasilien, die sich leider kurz vor dem Festival den Fuß gebrochen hat, aber dennoch bis zu uns in die Niederlande gereist ist und ihren Platz unter den Punktrichtern eingenommen hat, um sich diese Veranstaltung nicht entgehen zu lassen.
Nelly stammt aus Griechenland, lebt aber heute in Österreich. Auch bei ihr darf man sich auf Exotik freuen, zurecht, denn ihr Raks Sharki trägt viele Elemente der türkischen Variante dieses Tanzes in sich – viel wilder, nach außen gekehrter als die verbreitetere ägyptische Spielart. Im zweiten Block überrascht sie dann mit einem Stocktanz, der trotz aller Wildheit und Ausdrucksstärke doch das weiblich Emotionale nicht zu kurz kommen läßt. Bei ihr wird einem deutlich, warum Türken und Griechen sich schon seit langem streiten, wer von ihnen diese Tänze eigentlich erfunden hat.
Orientalischen Tanz aus Argentinien bekommt man nicht häufig zu sehen. Von Shayma bekommen wir einen Schwerttanz geboten, dem nichts Kriegerisches mehr anhaftet, vielmehr ein gefühlvolles, langsames Spiel mit diesen Accessoires, sei es im Knien, im Liegen oder im Stehen und sogar mit zwei Klingen.
Sogar aus Israel ist eine Künstlerin vertreten, Sophie Armoza, die mit einem türkischen Zigeunertanz (mit Zimbel-Solo) und einem klassischen Melaya-Tanz für etwas Abwechslung zu den Raks Sharkis sorgt. Das auch im zweiten Block mit einem Dabke und einem Zigeunertanz.
– Später gibt es von ihr einen klassischen Raks Sharki, an dem aber das lange Vorspiel mit dem Schleier als sehr innovativ auffällt.
Ein bunter, abwechslungsreicher und von oftmals höchster Kunst erfüllter Abend liegt hinter uns, und wir sehen voller gespannter Vorfreude dem nächsten Festival der außergewöhnlichen Anusch Alawerdian entgegen.
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Anusch Alawerdian
Die Contest Gewinnerinnen Hana, Loretta und Izida
Raks Sharki hat eine lange Tradition und gilt zurecht als eigene Kunstform. Lange Zeit schon steht er als Synonym für Bauchtanz. Lange Zeit war er sich aber auch selbst genug. Erst seit kurzem erleben wir immer mehr jüngere OT-Tänzerinnen, die frischen Wind in den Raks Sharki bringen, indem sie ihm neue Elemente hinzufügen und ihm einen anderen Schwung verleihen. Noch ist ihre Zahl klein, aber ihre Auftritte bleiben im Gedächtnis.

Einer dieser Erneuerer ist Anusch Alawerdian.
Die heute in den Niederlanden lebende Armenierin hat ein ganz persönliches Festival auf die Beine gestellt, das "International Summer Bellydance Festical" - hier ist der Bericht darüber.
von "Asha" aus dem Organisations Komitee
und Marcel Bieger