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EIN STERN,
DER DEINEN NAMEN TRÄGT

Zur erstmaligen Verleihung des Tribal-Preises „Tribal Star“

von Marcel Bieger

Einen Preis nur für Tribal-Tanz, und dann noch in verschiedenen Kategorien, das hat es unseres Wissens noch nicht in Deutschland gegeben. Daß ein solcher nun verliehen worden ist, und dazu noch auf einem bedeutenden Festival, dem größten des Tribals in Europa, dem Tribal Festival in  Hannover nämlich, gibt erst einmal Anlaß zur Freude und zum Stolz.
Als erstes ist natürlich Ausrichterin Asmahan el Zein zu loben, für ihren Mut, für ihre Initiative und für den organisatorischen Sockel, auf dem sich der „Tribal Star“ nicht nur aus der Taufe heben, sondern auch problemlos durchführen ließ – von den bei einer Premiere üblichen Kinderkrankheiten einmal abgesehen.
Natürlich gibt es in Deutschland auch noch andere gute und wichtige Preise, ohne gleich den ungekrönten Spitzenreiter, den „Bellydancer of the World“ bemühen zu müssen. Doch eine speziell auf den Tribal ausgerichtete Auszeichnung ist bislang noch nicht dagewesen. Höchste Zeit auch für „Hagalla“, sich demnächst ein wenig im Wald der Preise umzusehen und zwischen den wichtigen und bedeutenden und den nicht ganz so bedeutenden und weniger wichtigen eine Orientierung zu geben.

Insgesamt 16 Solistinnen und 5 Gruppen schafften es ins Vorfinale, aus denen es dann 6 Einzeltänzerinnen und drei Gruppen ins Finale schafften. Dazu traten noch zwei junge Männer außer Konkurrenz an, nahmen aber nur an der Entscheidung um den Publikumspreis teil. Zur Erklärung, im Vorfeld hatte es Überlegungen um eine dritte Kategorie – männliche Solisten – gegeben, die jedoch bis zum Festival noch nicht abgeschlossen waren.

Unter den Beiträgen fand sich kein einziger misslungener, und eigentlich könnte für den Contest als zusätzliche Show geworben werden, befanden sich doch einzigartige Tanz-Vorträge darunter, die jede Gala geschmückt hätten. Im großen und ganzen darf man mit den Entscheidungen der Jury vollauf zufrieden sein.
Die Mitglieder derselben waren am Samstag: Patricia Zarnovican („perlatentia“), Konstanze Winkler(„Hagalla“),
Norbert Ohneck („Mags & More“), Ailbhe Large (Irland/Spanien), Martha Saunders USA/Deutschland)

Sonntag: Patricia Zarnovican („perlatentia“), Konstanze Winkler („Hagalla“), Norbert Ohneck („Mags & More“),
Apsara Habiba (Deutschland), Eliana (Russland/Deutschland)

Finale (Sonntag): Patricia Zarnovican (“perlatentia”), Norbert Ohneck (“Mags & More”), Martha Saunders (USA/Deutschland),
Apsara Habiba (Deutschland), Eliana (Russland/Deutschland), Anasma (Frankreich/USA), Susan Frankovich (Kroatien).

Gewohnt damenhaft charmant im Vortrag und von ausgesuchter Eleganz im äußeren Erscheinungsbild führte Elena Sapega durch den Wettbewerbsablauf.
Von so vielen positiven Kriterien umrahmt - sachkundige und entschlossene Jury, internationaler Charakter der Veranstaltung, Bewerber der Spitzenklasse, höchstes Niveau im Ablauf - darf man wahrlich von einem geglückten Auftakt sprechen, und es sei die Aussage gewagt, nach solchem Start wird uns der „Tribal Star“ noch auf viele Jahre begeistern und begleiten. Wer nicht auf den ersten drei Plätzen gelandet ist, sollte nicht enttäuscht sein, die Platzierung bei diesem Wettbewerb ist Anerkennung und Auszeichnung in sich.

Zu den Finale-Beiträgen:

Inga Petermann tanze einen überzeugenden Balkan-Tribal Fusion, hübsch rassig und dennoch elegant anzuschauen. Die Perfektion im Verein mit Tanzfreude.

Mareike Beiersdorf landete mit einem fröhlich frechen Zigeunertanz mit Tribal-Elementen und von Zimbeln begleitet auf dem fünften Platz. Gefallen hat auch ihre lebenslustige Ausstrahlung.

Aus Tschechien stammt Martina Viewegova, sie hat dort eine eigene Tanzschule und zeigte uns hier einen Tribal mit „burlesque“-Elementen, und es überrascht immer wieder, wie stark die Tänzerinnen aus Mittel- und Osteuropa bereits zu den unseren aufgeholt haben. Kein Wunder, daß sie – und nicht nur Martina – in diesem Finale ihre Spuren hinterlassen haben.    

Ebenfalls aus Tschechien trat
Michaela Sladeckova an, mit einem
wirklich beeindruckenden und sehr gekonnten Tribal Fusion, wie man ihn nicht jeden Tag geboten bekommt.

Auf dem 2. Platz landete Giuliana Angelini mit einem atemberaubenden Tribal-Tanz auf Walzerbasis. Ihr  elegantes Kostüm und die überaus grazilen Bewegungen bleiben noch sehr lange im Gedächtnis.

Und ganz oben auf dem Siegertreppchen stand schließlich Melanie „Sarina“ Baumeister, die mit unglaublicher Ausstrahlung,
Souveränität und Geschmeidigkeit ihre Version von Tribal Fusion vortrug. Man möchte glauben, daß sie sich auf dem Höhepunkt ihres Schaffens befindet, wenn man nicht spürte, daß von ihr noch mehr kommen kann.

Bei den Gruppen traten nur solche von mittlerer Anzahl (5-7) an. Den 3. Platz belegte Ereshkigal aus Augsburg mit einem „Totentanz“ der modernen Art, bei dem drei schwarzgekleidete Tänzerinnen am Ende von den drei weißgekleideten Todesboten entseelt wurden. Nicht nur eine hübsch erzählte Geschichte, sondern auch ein gern anzuschau-ender freestyle Tribal.

Auf dem 2. Platz die hannoverschen Lokal-Matadoren „ICONESQUE!“ rund um Ercan (der auch – im Frauengewand – mitgetanzt hat). Eine verrückt charmante Tanztruppe, die trotz aller Pop-Musik die orientalischen Wurzeln nicht abgelegt hat.

1. Sieger wurde eine Tribe aus Ungarn, die Berill Tribal Bellydance Group. Die fünf jungen Damen legten einen flotten Formations-Tribal auf die Bretter, bewegten sich ungemein synchron und legten schließlich einen gemeinsamen tiefen Backbend in Blüten- form hin. Selten war sich die Jury so einig wie in diesem Fall.
Und bei den Herren begeisterte der junge Franzose Illan Rivière, der den Saal zum Kochen brachte. Seine Art, Tribal Fusion zu tanzen, kann nur in Schlagworten, aber nicht in einer zusammenhängenden Beschreibung wiedergegeben werden: Akrobatisch, atemberaubend, Fusion aus Tribal, Modern Dance und Hip-Hop, kraftvoll und doch sehr geschmeidig, Drehungen schnell wie der Blitz. Der Publikumspreis – eine Reise zum Tribal Fest in Sebastopol – war ihm nicht zu nehmen.
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Grafische Gestaltung: Konstanze Winkler
Photos © André Elbing (www.andre-elbing.de)
Elena Sapega
Die "Tribal Star" Contest-Gewinner
die "Tribal Star" Gewinner, Kategorie Tribal-Solo
Inga Petermann, Platz 6
Mareike Beiersdorf, Platz 5
Martina Viewegova, Platz 4
Michaela Sladeckova, Platz 3
Melanie "Sarina" Baumeister, 1. Platz
Giuliana Angelini, Platz 2
Ereshkigal, Platz 3
ICONESQUE!, Platz 2
Berill Tribal Bellydance Group, 1. Platz
Illan Rivière gewann den Publikumspreis