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Showberichte
Was für unvergeßliche Tage auf dem
1. Tribal Fest in der rumänischen Hauptstadt Bukarest liegen hinter mir! Wir alle werden unseren ersten Besuch in diesem schönen Land im Gedächtnis behalten. Unser ganz besonderer Dank gilt Andreea und Hermina, die dieses großartige Festival ins Leben gerufen und durchgeführt haben. Sie sind ganz tolle Gastgeber und haben viel Herzblut in dieses Unternehmen gesteckt. So sieht wahrer Tribal-Geist aus, und ich habe jede Minute dort genossen.
SO TANZEN UNSERE NACHBARN: RUMÄNIEN
Photos ©: "Sway" Konstanze Winkler, Basar & Workshops: Takasi Poate, Shows: Stelian Sescu
Grafik und WebDesign: Konstanze Winkler
Sway als „Hagallady“ beim
„1st Tribal Fest Bucharest“

Bericht von Sway;
alle Übersetzungen von Marcel Bieger

Meine besten Grüße und ein herzliches Dankeschön an all die freundlichen und warmherzigen Menschen, denen ich dort begegnet bin. Gleichzeitig möchte ich allen in unserer Tanzgemeinde die dringende Empfehlung mit auf den Weg geben, bei nächster sich bietender Gelegenheit dieses Festival persönlich zu besuchen. Und damit zum eigentlichen Festival.
Das “Tribal Fest Bukarest” war das erste Tribal-Festival in Rumänien. Schon Monate zuvor hatten Andreea und Hermina, die beiden Veranstalterinnen, eine Menge Zeit und Energie in ihr Lieblings-Projekt gesteckt. So haben sie jeden ihrer Künstler auf ihrer fb-Seite vorgestellt, einige Haflas und einen ATS-Flashmob organisiert und ein hübsches Video mit dem Titel „Hallo, Welt, hier sind wir!“ gedreht. Alles zu dem Zweck, die kleine, aber stetig wachsende Szene in Rumänien auf das vorzubereiten, was ihr beim Festival bevorstand. Und natürlich, um international auf sich aufmerksam zu machen. Dazu haben sie sich dann an Europas größtes Tribal online Magazin, „Hagalla“, gewandt, dort eine Anzeige platziert, ein Interview und andere Unterstützung bekommen. Und „Hagalla“ hat eine „Hagallady“ hingeschickt, nämlich mich, die Tänzerin Sway aus Köln. Damit war ich die offizielle Außenreporterin von „Hagalla“. Ich war ganz schön aufgeregt, als ich dorthin geflogen bin. Als ich in Bukarest gesehen habe, wieviel Arbeit und Liebe in dieses Festival gesteckt worden war, habe ich gespürt, daß ich einem ganz besonderen Ereignis beiwohnen durfte.
Das scheint nicht nur mir so ergangen zu sein, denn aus der ganzen Welt sind sie nach Rumänien gekommen, um beim ersten Tribal-Festival in Bukarest dabei zu sein. Eine wunderschöne Stadt mit beeindruckender Architektur. Nicht umsonst nennt man Bukarest auch „Klein-Paris“ oder das „Paris des Ostens“. Natürlich herrschen hier auch, wie in jeder großen Stadt, enorme Verkehrsprobleme, aber man findet hier abgelegene kleine Parks, vergessene alte Häuser und Stätten und historische alte Restaurants, in denen man sich vor dem Treiben draußen verstecken und sich erholen kann.
Ich bin schon am Donnerstag eingetroffen und wurde gleich auf das Herzlichste von Viviana (aus dem „Najah Tribe“) in Empfang genommen. Ihr verdanke ich eine Führung durch die Altstadt. Bukarest entpuppte sich als so einmalig, wie ich es mir vorgestellt hatte. Überall liefen Leute in Kostümen herum, schließlich war Halloween. Das Festival selbst war über drei Tage verteilt. Darunter jede Menge Workshops,  einen schmucken Basar und die Offene Bühne.
Am Samstag dann der Tribal Fusion-Wettbewerb und die Gala-Show. Trotzdem blieb immer noch Zeit genug für eine weitere Besichtigung der Altstadt, ein Abendessen in einem traditionellen rumänischen Restaurant mit der holländischen Tänzerin Tjarda und ihrer sehr lieben und gut organisierten Zimmerwirtin Deea (die beim Wettbewerb auf dem 3. Platz gelandet ist). Und einmal gelang es mir auch noch, mit Ashley Lopez und ihrer Gastgeberin in einem süßen kleinen Lokal namens „Frufru“ zu Mittag zu essen.
Während des Festivals konnte man täglich an drei Workshops der drei Gast-Dozentinnen – Ashley Lopez, Manca Pavli und Tjarda van Straaten – teilnehmen. Ich hatte das große Glück, gleich mehrere dieser Kurse besuchen zu können. Einige standen allen offen, andere hatten mittlere bis Fortgeschrittenen-Kenntnisse als Voraussetzung. Bei offenen Workshops hängt alles ja immer vom Entwicklungsstand der Klasse ab, aber der war hier durchgehend erstaunlich hoch. Alle Mädels haben sich angestrengt und diszipliniert mitgemacht, aber auch immer noch Zeit für ein Lächeln gefunden.
Viele der Frauen, die mit mir in den einzelnen Kursen waren, habe ich später auf der Tanzfläche wiedergesehen. Was mich ganz besonders gefreut hat, selbst die Stars haben sich für die Workshops eingeschrieben und mitgemacht.
Der „ArCub“, in dem die Show als auch der Wettbewerb und die Workshops stattgefunden haben, befindet sich in einem modernen und hübschen Theater im Stadt-Zentrum. Neben dem in hübschem Violett gehaltenen Theatersaal  fand sich noch ausreichend Platz für die Workshops und eine im Jugendstil eingerichtete Teestube (Ceainaria ArCub), wo man in den Pausen oder vor Kursbeginn die meisten Künstlerinnen antreffen konnte.

Mir hatte es besonders der Basar angetan, der im großen Saal des Theaters seine Stände aufgebaut hatte. Es war allerliebst anzuschauen, wie die Rumänen die Tribal-Mädchen dort bestaunt haben und sich so ihre Gedanken gemacht haben, was das wohl für Frauen sind.

Mittelpunkt des Basars war ein herzerfrischender und nicht zu übersehender Fantasy-Stand. In seinem Zentrum erhob sich ein echtes Zelt, davor lagen Kissen ausgebreitet, und es wurden Schischa und Tee gereicht. Drum herum gruppiert die einzelnen Stände mit selbstgemachten Leckereien oder Seifen, viel Schmuck, Kleidungsstücken und allem möglichen anderen. Alles lag drapiert auf bunten Tüchern oder hing an Ketten, beziehungsweise Ästen. Man konnte jedem Händler ansehen, wie stolz er aus seine selbstgefertigten Waren war, und ich bin hier gern herumspaziert, um diese oder jene Spezialität zu probieren, mich über die eigenproduzierten Seifen zu informieren oder den einen oder anderen Armreif von einem der Äste zu pflücken und anzulegen.

Eine solche Atmosphäre kenne ich eigentlich nur von meinen geliebten Fantasy-Veranstaltungen, vermisse sie aber in der Regel auf den großen Tribal-Festivals, wo es für meinen Geschmack zu geschäftsmäßig zugeht.
OFFENE BÜHNE

Alle Shows wurden von der wunderbaren, planvollen und liebenswerten Florentina Vinica Barbu angesagt. Als erstes trat sie bei der Offenen Bühne auf. Und hier zeigten vornehmlich einheimische Tänzerinnen und Gruppen ihr Können. Den Anfang machte die Barbarossa Samba Group, die beim Publikum so gut ankamen, daß viele von ihren Sitzen aufsprangen und mittanzten.  Alle riefen immer wieder „Barbarossa!“, und wir waren in der besten Stimmung, um uns auch die weiteren Darbietungen anzuschauen. Wie angenehm, einmal nur im Publikum zu sitzen und sich so nett unterhalten zu lassen.

Besonders der Cat Tribe aus Rußland hinterließ bei mir einen bleibenden Eindruck, weil sie so schön und so gekonnt getanzt haben. Mit Freude habe ich sie beim Wettbewerb wiedergesehen, wo sie dann ja auch einen verdienten ersten Platz gemacht haben. – Makeda Perryman aus den USA hat das Publikum vom ersten bis zum letzten Moment in ihren Bann gezogen. Ich kannte sie bereits vom letzten Tribal Festival in Hannover, wo sie mir bereits wegen ihrer tollen Technik und ihrer ruhigen Energie und ihrer besonderen Ästhetik aufgefallen war. – Hermina, Mitglied des „Najah Tribe“ und Mit-Veranstalterin dieses Festivals, begeisterte uns mit einem eleganten und koketten Stück. Ich habe sie etwas näher kennengelernt und muß sagen, daß sie ein toller Mensch ist. Ihre Begeisterung für das Festival und den Tribal war richtig ansteckend und motivierend. Zuguterletzt seien hier noch Eliza Ilie-Rusu und Deea Carevasăzică mit ihrer hübschen Improvisation und der farbige und temperamentvolle orientalische Tanz von Virginia Maria Ioana Jeleascov genannt. Moderatorin Florentina Vinica Barbu ließ es sich ebenfalls nicht nehmen, das Publikum mit ihrer Tanzkunst zu erfreuen und bot eine Zigeuner-Phantasie dar.
WETTBEWERB

Die „Fusion Dance Competition“ stand professionellen und halb-professionellen Tänzern sowie kreativen Neulingen offen. Es gab zwei Kategorien: „Solistin“ und „Gruppe“, und die Jury setzte sich zusammen aus Ashley Lopez (USA), Tjarda van Straaten (Niederlande), Manca Pavli (Slowenien), Kamilla (Rumänien) und meiner Wenigkeit, Sway aus Deutschland. Wir hatten Technik, choreographische Harmonie, Vielseitigkeit der Improvisation, tänzerischer Ausbildungsstand, Bewegungsreichtum, Kostüm, Frisur und Make up, Musikalität, Bühnenpräsenz, Ausdruck und Raumnutzung der Bühne zu bewerten. Zusätzliche Kriterien für die Gruppen waren: Gruppenharmonie und Synchroniität.

Alle tänzerischen Beiträge bewegten sich auf hohem Niveau, aber das war mir ja schon bei den Workshops aufgefallen. Darüber hinaus gab es viel Phantasie und schöpferisches Talent zu sehen. Ich nenne hier nur die wunderbare Diana Scantee, die sehr begabte Anna Maria Laura Anton, die wunderschöne Raluca Edu und die verträumte Florenta Cernescu. Aber wir mußten uns ja an die Bewertungskriterien halten, und nach denen landeten folgende Künstlerinnen auf dem Siegentreppchen:

SOLO:
1. Haza Nadyka (Frankreich)
2. Csilla Pribojszki (Ungarn)
3. Deea Avram (Rumänien)

GRUPPE:
1. Cat Project (Jaroslawl, Rußland)
2. Mikado Dance Company (Rumänien)
3. Najah Tribe (Rumänien)
Nachbemerkung der Redaktion:

Die ersten Plätze dieses Wettbewerbs haben einen Auftritt beim diesjährigen
Tribal Festival in Hannover
(13. – 15. Juni daselbst).

www.tribal-festival.de


Für die 2. Plätze gab es ein Interview mit dem online Fachmagazin “Hagalla”, beide finden sich im Anschluß an diesen Show-Bericht.
GALA SHOW

Für die erste Gala-Show hat Andreea Bonea eine beachtliche Schar von Künstlerinnen und Künstlern gewonnen. Ich war sehr froh und stolz, die Bühne mit großartigen Künstlern teilen zu dürfen. Großartige Darbietungen von unterschiedlichster Bandbreite belebten die Show, und das Publikum dankte es durch viel Applaus und Interesse. Zu den einzelnen Vorträgen:

Die Veranstalter Andreea, Hermina, Kamilla & Electric Brother ließen es sich natürlich nicht nehmen, einen vielseitigen und flotten ITS zur Musik des rumänischen DJ Electric Brother hinzulegen. - Cerasela Hekman (Kamilla) ist Tänzerin und Lehrerin und leitet die „Oriental Delight Dance School”. Wir haben sie vorher schon gesehen, und jetzt erzählte sie uns mit orientalischem Tango über eine Geschichte um das Sehnen nach dem fernen Liebsten. Kamillas Herkunft vom Raks Sharki war unübersehbar.
Tänzerin Patrizia Pin und Geigenspielerin Simone D´Eusanio sind Tribal Nova. Patrizia verschmolz so sehr mit den Geigentönen, daß man sie ohne Übertreibung die Verkörperung der Klang-Energie nennen durfte.

Taisa Jah Surya ist ATS-Tänzerin aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew und Chefin der “Jah Surya Dance Group“, außerdem das erste ukrainische „Sister Studio“ von Fat Chance Belly Dance. Auf dieser Show zeigte sie uns allerdings einen Modern-bestimmten Solo-Tanz

Auch in Rumänien muß ein Mann dabeisein, Lucas Dario Molina Perez führte uns auf beeindruckende Weise eine expressive Flamenco Fusion vor.

Ashley Lopez trat in dieser Show gleich zweimal auf: Beim ersten Stück handelte es sich um ein ebenso elegantes wie akrobatisches Bauchtanz-Stück mit Schleier und Trommelsolo. Beim zweiten Beitrag trat sie zunächst mit ihrer wunderbaren Arienstimme auf (sie ist ausgebildete Opernsängerin), später kam Makeda hinzu, und sie tanzen ein unglaublich synchrones Duo, das eigentlich nur aus Drehungen bestand, aber die mit einer unglaublichen Phantasie und Bandbreite.
Die Holländerin Tjarda van Straaten ist auf der ganzen Welt zuhause, und wie alle ihre Choreographien war auch diese hier ungeheuer ausdrucksvoll und rührte mich fast zu Tränen. Tjarda hat mich seinerzeit erst dazu gebracht, mich dem Tribal Fusion zuzuwenden.
Die Engländerin Alexis Southall glaubt sich endlich am Ziel ihres Tanzes angekommen. Wenn man diese Mischung aus Stilen und Ideen sieht, glaubt man ihr das gern.
Aus Slowenien war Manca Pavli angereist und zeigte eine ihrer Tribal Fusion-Stücke, die man zurecht mit ihrem Namen verbindet. Hier verband sie den Tanz mit indischen Hand- und Armbewegungen. – Aus Deutschland kam Sway, und die war hochbegeistert, ihr neues Stück aufzuführen, in dem eine Geschichte über Stolz, Zauberei und Verwandlung erzählt wird.
Die Show bot den Wettbewerbs-Siegern Gelegenheit, noch einmal ihre Gewinner-Titel vorzuführen. Abschließend bleibt zu bemerken, daß Bukarest sich mit diesem tollen Festival seinen Platz auf der Tribal-Landkarte redlich erworben hat. Hoffentlich hören wir noch viel von diesem Festival und von diesen wunderbaren Tänzern.
Homepage: www.tribalfestbucharest.com
"Hagallady" Sway
Video vom ATS-Flashmob, klicke auf das Bild ...
Der Basar
beim Workshop im "ArCub"
Die Workshop-Teilnehmerinnen mit Ashley Lopez (unten mitte)
Florentina Vinica Barbu
Barbarossa Samba Group
Hermina
Virginia Maria Ioana Jeleascov
Eliza Ilie-Rusu und Deea Carevasăzică
Haza Nadyka (F)
Czilla Pribojszki (H)
Deea Avram (RO)
Cat Project (R)
Mikado Dance Company (RO)
Najah Tribe (RO)
Tribal Nova
Ceresala Hekman (Kamilla)
Andreea, Hermina, Kamilla & Electric Brother
Alexis Southall (E)
Tjarda van Straten (NL)
Lucas Darion Molina Perez (RO)
Taisa Jah Surya (UA)
Sway (D)
Manca Pavli (SLO)
Ashley Lopez (USA)
Makeda Perryman (USA)
Finale
weiter zu den Interviews mit Csilla und Hermina ...