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Showberichte
zum Interview
mit perlatentia
zum Interview
mit Steven Eggers
Damit hätten wir jetzt eigentlich alle Zutaten des Abends beisammen, und so fremd sind die sich ja auch gar nicht. Einiges könnte noch hinzukommen an Gewürzen, muß aber nicht, und wir werden schon gar keine Kritik an der vorzüglichen Auswahl üben, denn, um im Bild zu bleiben, viele Köche verderben den Brei.

Damit zur letzten Abteilung, in der die Damen Perlatentiae selbst aufzeigen, was möglich ist, wohin man über den Tellerrand schauen sollte und was sonst noch denkbar wäre.

Wohlan: Elena betanzt Alfred, den hauseigenen Trommler perlatentias, der gleichzeitig akustische Handtrommel und Lap Top bedient (aus letzterem erklingen elektronische Tonrhythmen und –gewitter). Natürlich geht dazu nur schräge Fusion, und darauf versteht Elena sich wie keine zweite. Aber es gibt auch Hip-Hopiges und Ballett in ihrer Darbietung, und an einer Stelle hört sich die Musik an wie Gary Numan (worüber wir uns sehr freuen). Trommel, Elektronik und Fusion, das ist nicht verstörend, nein, man findet sofort hinein, und als diese musikalische Fahrt zu Ende ist, wünscht man sich enttäuscht noch mehr.
Nun kommt Imme Kathrin und geht es von einer ganz anderen Seite an: Sie begleitet mit ihrem Tanz Violinistin Esther Kirsch Rohlf und den Hang-Spieler Axel Andres (sieht aus, als hätte jemand aus zwei Wok-Schüsseln ein UFO gebastelt). Zu den seltsam sphärischen Klängen dieses Schlaginstruments paßt die Geige wie eigens dafür erfunden, und Imme tanzt in sich versunken zu diesen Klangwelten orientalisch-asiatisch mit Anleihen bei diversen moderneren Spielarten.
Vorher weiß keiner, was jetzt noch kommt, doch als man es dann hört und sieht, erscheint es einem logisch und einsichtig: Patricia gibt auf dem live von ihrem Freund Oliver gespielten sperrigen Metal-Teppich einer E-Gitarre ein improvisiertes „Trommelsolo“ zum Besten. Auch das muß man gesehen haben, hier treffen sich zwei, die man vorher für unvereinbar hielt und die jetzt so tun, als wären sie immer schon Zwillinge gewesen, ...
...wie füreinander geschaffen. Fürwahr, die Rock Musik (die ja tatsächlich noch mehr Spielarten aufweist als Tribal Fusion) ist doch noch eine Riesenfundgrube für alle, die etwas Neues ausprobieren wollen.
Ja, und als man dann glaubt, mehr geht nicht, kommt die Gruppe „perlatentia“ zum Schluß noch einmal auf die Bühne, aber nicht, um den Kreis mit einem weiteren traditionelleren Stück zu beschließen, sondern um noch einen Blick in die Zukunft zu werfen, den weitesten, möchte man meinen; denn eigentlich hat dieser Beitrag nicht mehr viel mit orientalischem Tanz zu tun. Diese Mischung aus Disco-Tanz, Hip Hop Battle und dem Tribal-Fusion entwachsenen schlichten Tanzkostümen, ist womöglich die radikalste und gründlichste Durchmischung und Verschmelzung des ganzen Abends. Urbane Subkultur im besten Sinne. Und um das zu erreichen, sind alle sieben Perlatentiae auf die Bühne gelaufen, und mehr „perlatentia“ gibt es nicht, weder in dieser noch in einer anderen Subkultur.
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Fotos: Konstanze Winkler
"Ja, so könnte die Zukunft aussehen. Getreu der Bibel: Wahrlich ich sage euch,  es kommt eine Zeit der Abenteuer und der Aufregungen auf uns zu.. So lange es Stämme wie "perlatentia" gibt, die ihre schöpferische Unruhe ausleben und Brücken über alle Underground-Strömungen schagen, so lange braucht uns nicht bange werden. Ganz großes Kompliment, meine Damen!"
...mittendrin...
Was heute noch morgen ist, wird morgen schon heute sein

Tribalution II, die SHOW
von Marcel Bieger