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16. Dezember 2017, Düsseldorf, Foyer des Tanzhauses NRW. Man und frau treffen sich zur Weihnachts- feier der Manis, die es stets versteht, nicht nur ein spannendes sondern auch ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine zu stellen. Eine fröhliche Atmosphäre liegt über dem Saal, und die geht einher mit einer bezaubernden Aufgeregtheit, es brummt und summt allerorten, und ehe man sich versieht, geht es auch schon los …

"STILLE NACHT …"
von wegen!

Manis' Weihnachtsfeier 2017
von Marcel Bieger

Nach einer kurzen Pause geht es in die zweite Abteilung, und die eröffnet Nana Faun aus Bergisch-Gladbach mit einer spannenden Mischung aus Tribal Fusion, Modern und Voguing.

Die Gruppe von Claudia Gerharz-Lembke, die wir vorhin schon solo gesehen haben, gefällt nun mit dem hübschen Orientalischen Tanz „Dadil Hob“. Das Sextett tanzt ebenso fröhlich wie energiegeladen.

Karoline de Vries ist immer schon in der Gruppe „Coal Dust“ angenehm aufgefallen, jetzt steht sie auf eigenen Beinen. Bei ihrem Vortrag „Snake Pit Poetry“ handelt es sich um ein Werk des norwegischen Komponisten Einar Solvik, und Karoline interpretiert das Fantasy-Stück meisterlich.

Und weil Manis in ihren Shows so gerne Kontraste setzt, folgt nun als Gegenpol zur getragenen Fantasy ein flotter Baladi, vorgetragen von der Japanerin Mayar, die umso besser wird, je schneller die Musik spielt.

Bitte nun zurücklehnen, genießen und sich durch nichts vom Geschehen auf der Bühne ablenken lassen: Es treten auf Cristina Zegarra und Manu im Duo, zwei Solistinnen, die dennoch sehr gut aufeinander eingehen können. Tribal Fusion paart sich hier mit Zeitgenössisch und Modern und verschlägt einem so sehr den Atem, daß man auf das Folgestück überhaupt nicht vorbereitet ist: Rock-Musik zu ITS nach Unmata, den die beiden mit ganz anderer und ganz frischer Energie betanzen. Ein Erlebnis!

Hinter der Gruppe Sanari, ebenfalls ein Erlebnis, verbirgt sich das zweite Schmuckstück, das Amirah Hazara uns heute überreicht. Ihre sehr lebendige Darbietung wirkt, als würden sie ein arabisches „Lord Of the Dance“ tanzen, aber die pfiffige Choreographie (von Said el Amir) hat noch ein paar Kniffe und Wendungen mehr auf Lager … und als Kontrapunkt dazu treten sie alle in Straßenkleidung auf.

Feurig und doch diszipliniert, wie es ihre Art ist, bietet Nicole Urbantat einen Flamenco dar, wie er originaler und schnörkelloser kaum sein könnte. Bei den Auftritten des hervorragenden Trios „UNIQUA“ merkt man stets die Handschrift von Nicole, und hier als Solistin sieht man den Ursprung derselben.

Das Duo Aziza Ahzar beendet die zweite Abteilung des heutigen Abends mit einem anmutigen, werkgetreuen und lebendigen Raks Sharki mit Schleier-Intro und im letzten Drittel, wie es sich gehört, einem Trommelsolo.
In der nun folgenden 3. Abteilung fallen leider ein paar Programmpunkte wegen Erkrankung der jeweiligen Künstlerin aus. Der ebenso zuverlässige wie unterhaltsame Bruno Assenmacher springt mit seiner und seiner Frau Elli Trommelgruppe ein und eröffnet das dritte Viertel des Abends mit seinem unverwüstlichen „Dosenholz“. Gleich kommt Stimmung auf, und das Ruf-Antwort-Spiel der Schlagwerke läßt ja auch niemanden stillsitzen.

Amina zeigt uns, was es mit dem Oriental Fusion auf sich hat Sie verknüpft Modern mit klassischem Bauchtanz und trägt das mit Hingabe und voller Romantik vor.

Diana Dance ist ein vielversprechender neuer Stern am OT-Himmel und wagt sich heute an den gewiß nicht einfachen Schleiertanz. Sie besteht ihre Feuerprobe (bei uns) mit Bravour, und wir freuen uns schon auf ihren nächsten Auftritt in der letzten Abteilung.

Junko von Kieferwäldchen (ja, so lautet tatsächlich der Künstlername der in Deutschland lebenden Japanerin) war einst eine der Säulen der Gruppe „Coal Dust“, bevor sie sich zur Solo-Karriere entschlossen hat. Und daß dieser Schritt sich gelohnt hat, zeigt sie in einem Tribal Fusion-Stück mit allerlei Finessen und einem den Abschluß krönenden „Turkish Drop“.

Neun junge Damen wirbeln nun über die Bühne, es handelt sich um die Gruppe Djumana, die Amierah Hazara als letztes Kleinod aus ihrer Kollektion mitgebracht hat. Uns erwartet eine schwungvolle Gruppenchoreo, ersonnen von Amierah selbst, bei der ständig etwas Neues los ist. Bei soviel Mädchen-Charme läßt das rhythmische Mitklatschen des Publikums nicht lange auf sich warten. Ensemble-„Mutter“ und Amierah hält es zum Schluß selbst nicht mehr auf ihrem Sitz, und sie reiht sich in die Truppe ein. Man weiß nicht, wer begeisterter ist, sie oder das Publikum.

Amina & Nayana treten gemeinsam an und interpretieren das Stück „Escape From Cairo“ jede auf ihre Weise, die eine mit Isis-Flügeln, die andere mit einem Schleier, dennoch gelingt ihnen ein harmonisches Ganzes.

Noch einmal Diana Dance mit etwas Unerhörtem, einem ganz eigenen Drehtanz. Sie kopiert nicht die männliche Form dieses Tanzes, und auch nicht die verschiedenen weiblichen Ansätze, sondern fügt ihre eigene Form hinzu. Das fesselt alle, und hätten wir einen Hut aufgehabt, wir hätten ihn vor ihr gezogen.

Karanfilia ist in vielen Stilen zuhause, aber wenn Manis zu ihrer Weihnachtsfeier bittet, wünscht sie sich von der Künstlerin stets einen Bollywood. Und den tanzt Karanfilia dann auch, garniert ihn mit eigenen Ideen und erhält dafür viel Applaus.

Ja, es gibt auch einen Mann in dieser Runde: Pierre Moussa, Tänzer und Schneider aus dem Libanon und seit Jahren mit Wohnsitz in Düsseldorf. Er versteht es wie alle orientalischen Großen, das Publikum auf ganz eigene Weise zu unterhalten, komische und spontane Einlagen zu geben und den einen oder anderen aus dem Publikum einzubeziehen. Wie vielschichtig doch das Programm dieser Feier ist!

Kurz vor Schluß einer der wirklichen Höhepunkte des ausklingenden Jahres, die Wiedergeburt unseres ganzen (rheinländischen) Stolzes, den Tribal Fusion-Pionieren vom Niederrhein, der Gruppe Shir o Shakar, oder, in aller Kürze: Shir o Shakar „reloaded“. Die neun Damen zeigen gleich von der ersten Auftrittssekunde an, daß sie nichts verlernt haben und mit einer konzentrierten Haltung und völlig im Gleichklang ihre intelligenten Figuren zu abwechselnd orientalischer und Techno-Musik tanzen. Man vermag kaum zu unterscheiden, wer von Anfang an und wer neu dabei ist!

Und endlich der weihnachtliche Beitrag der Manis
(Bild oben), die mit ihrem Fächerschleier eine zu Herzen gehende Tanzschau bietet. Als dann noch die Lichter an ihren Isis-Flügeln zu leuchten beginnen, sind wir alle in eine besinnliche Stimmung versetzt, und so soll ja eine Weihnachtsfeier ausklingen …


Nicht verpassen! Am Sa., 10. Februar 2018: "Die 26. Reise der Karawane"
- Projektshow unter der Leitung von Manis im tanzhaus nrw, Düsseldorf
Infos und Karten unter:
www.tanzhaus-nrw.de

... außerdem am 17. Februar 2018 die "3. Oriental Fusion Gala" mit tollen Künstlern im Capitol in Düsseldorf!
Infos und Karten unter:
www.manis-tanz.de oder info@manis-tanz.de
Homepage Manis: www.manis-tanz.de
Fotos © Konstanze Winkler
Um gleich für die richtige Einstimmung zu sorgen, schickt Manis ihre Donnerstagsgruppe ins Rund, die nach einer Choreographie von ihr den „Tango el Amal“ darbietet. Das Septett wiegt sich gekonnt zu Klängen von Harfe, Gitarre und Bandoneon.

Petra Prem "Hayam" hat nach einer längeren Pause den Tribal Fusion für sich entdeckt. Zu Metal- und anderen Klängen gewinnt sie dem Genre eigene Ideen ab, die sie gekonnt in die Tat umsetzt. Sie tanzt zu einer eigenen Choreographie ein Tribal Fusion Drumsolo.

Beate Tieves ist eine langjährige Schülerin von Manis und tanzt zum Stück „Night Flight“ eine Choreographie ihrer Lehrerin. Wen wundert’s, ein Fächerschleier, wunderbar stimmungsvoll vorgetragen und der anwesenden Enkelin gewidmet.

Das Trio Crystal Moon bietet uns etwas, das man in unseren Breitengraden eher selten zu sehen bekommt, einen „Black Sheep Tribal“, eine Variante und Weiterentwicklung des ATS©. Gruppenleiterin Elisa Saha ist eine der ganz wenigen beglaubigten Lehreinnen dieses Stils, und wir erfreuen uns an einem ebenso exotischen wie leicht düsteren Tanz.

Claudia Gerharz-Lembke ist aus Solingen angereist und bringt uns so schwungvoll wie einfühlsam einen traditionellen Baladi, indem sie wunderbar mit dem vorherrschenden Akkordeon harmonisiert. Alle im Saal klatschen rasch mit.

Die Gruppe Al Arba hat ebenfalls etwas nicht Alltägliches zu bieten, einen Raks Shaabi nach einer Choreo von Hassan Afiffi. Der schmissige Vortrag besticht durch wechselnde Kleingruppen, Chorus und pausenlosem Einsatz. Eines der Schmuckstücke, Lehrerin Amirah Hazara uns an diesem Abend mitgebracht hat und die allesamt ohne Abstriche überzeugen konnten.

Cristina Zegarra ist eine der führenden Tribal Fusion-Tänzerinnen Deutschlands und stellt das auf ihre ganz unvergleichliche Weise auch an diesem Abend wieder unter Beweis. Ihr Beitrag vermischt Tribal Fusion mit Ballett und Artverwandtem, ein wenig Voguing ist auch dabei, und insgesamt erleben wir einen der edelsten und elegantesten Tänze dieses Abends.

Jetzt wird es Zeit für die Mittwochsgruppe: Die Damen vertanzen zu einer Choreographie von Manis das Stück „Explosive“ des Stargeigers David Garrett. Eine so flotte Isis-Flügel-Interpretation seines Klassikers hat er bestimmt auch noch nicht gesehen.