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Photos © Konstanze Winkler
Wenn Asmahan El Zein zur World of Orient ruft, dann kommen alle, und das mit gutem Grund. Ihr jährlich stattfindendes Orientalisches Großereignis lockt Scharen von Tänzerinnen und Tanzinteressierte zum Festival nach Hannover. Und Asmahan wäre nicht Asmahan, wenn sie nicht jedes Jahr ein neues Motto für ihre WoO finden würde. So lauteten in den vergangenen Jahren z.B. die Themen „Bollywood“ (2007), „Oriental Pirates“ (2008), “Ägyptische Klassiker“  (2009) und 2010 hatte Asmahan als erste den Mut, Jillina und ihre „Bellydance  Evolution“ über den großen Teich nach Europa zu holen, Hut ab!

In diesem Jahr ersann sich die quirlige Veranstalterin ein neues Thema, nämlich „European Oriental Superstars“, um zu zeigen, was die Deutschen und ihre geografischen Nachbarn so „auf der Pfanne“ haben. Und dann hat sie sowohl alle nationalen
Größen als auch die, die im Europäischen Ausland Rang und Namen haben, zusammengetrommelt.

Was dabei herausgekommen ist, sehen wir in den beiden Galashows der World of Orient,
über die heute hier berichtet werden soll
.

Die Freitagabend-Gala
Begrüßt werden wir von Helena Lehmann, die wie gewohnt moderiert und uns souverän durch die beiden Showabende leitet.

Die Eröffnung tanzt Leyla Jouvana mit ihrem Ensemble. Sie präsentieren einen phantasievollen, bunten Federfächertanz mit Samba-Elementen zu einer Musik, die aus einem alten Hollywood- Orientklassiker stammen könnte.  - Später am Abend sehen wir die Gruppe noch einmal mit einem ganz bezaubernden Doppel-Voi-Schleiertanz.

Es folgt die Tänzerin Selma aus der Türkei und belebt das Publikum mit arabisch-türkischer Tanzkunst, einem klassischen Raks Sharki mit anschließendem schmissigen Trommelsolo und einem „Turkish Drop“ als Sahnehäubchen.

Halima Preisträgerin Shahrazad tanzt uns mit ihrem hübschen Ensemble Salomons Töchter eine „Pharaonic Odyssey“ mit Schleier-Entree zu “Entrance of the Stars“.   

Azad Khan tanzt seine Gefühle lieber, als daß er über sie redet. Und so sehen wir ein sehr emotional vorgetragenes Tanz-Medley namens „Turkish Delight“ , ein energetisierender Mix aus zeitgenössischem und orientalischem Tanz.

Iva und Margi aus Kroatien stehen auf Esoterik. Und auf Tribal natürlich. Aus diesen Komponenten hat  Iva ihren eigenen „Kroatian Tribal Fusion Style“ entwickelt. Was sich daraus ergibt, ist ein transmeditativer Kreistanz zu zweit, nach eigens für die beiden Tänzerinnen komponierter Musik mit keltischen Einflüssen.  - Auch sie haben einen weiteren Auftritt an diesem Abend, und hier sehen wir eine Tribal Fusion Choreografie im Unmata Stil, also mit viel Hip-Hop und Einflüssen des zeitgenössischen Tanzes.
Nabila aus Österreich tanzt im klassisch ägyptischen Stil zu einem ebenfalls musikalischen Klassiker von Oum Kalthoum. Elegant und melancholisch zugleich  interpretiert sie dieses so schwere und leidenschaftliche  Thema.
Als nächstes sehen wir die belgisch-niederländische Gruppe Raks Pro, unter der Leitung von Artemisia (B) und Khalida (B). Das gemeinsame Ensemble tanzt einen hübschen Khaleegy, den Tanz mit den typisch weiten und  bodenlangen Gewändern, bei dem die offenen, wallenden Haarmähnen der Tänzerinnen  mit einbezogen werden. -  Ihr  zweiter  Beitrag an diesem Abend ist  eine abwechslungsreiche Gruppen-Choreographie mit Schleiern und Isis-Flügeln.

Serap Su ist eine sehr erfolgreiche Tänzerin in ihrer Heimat, der Türkei. Und so ist auch der Türkische Bauchtanz ihre Leidenschaft, den sie tanzen will, bis sie eines Tages auf der Bühne zusammenbricht, sagt sie zumindest. Aber das ist hoffentlich noch lange hin, und deswegen sehen wir sie im zweiten Showblock ganz munter mit einem türkischen Zigeunertanz.

Shahrazad tanzt sinnlich-zart und verleiht ihrer Seele Flügel,  zu “Inta Omri“, einem weiteren Klassiker der ägyptischen Sängerin Oum Khalthoum.   
„Conquest of Paradise“ lautet das Thema des nächsten Ensembles. Ya Salaam aus Österreich tanzt unter der Leitung von Nabila einen üppigen Schleiertanz, der an Wellen, Meer und Weite erinnert.

Samara Hayat präsentiert uns einen experimentellen „Raqs a la Samara“. Experimentell deswegen, weil sie ihre eigene Choreographie nie zuvor im Spiegel betrachtet hat. Die erfolgreiche Spanierin  weiß natürlich, wie man das Publikum fesselt, und Spiegel hin, Kontrolle her, sie tanzt ganz wunderschön, wie immer. Auch bei ihrem zweiten Auftritt bezaubert sie das Publikum, diesmal vornehmlich die Männer, denn ihr Melaya Laf, ein Ver- und Enthüllungstanz, ist  getanzt auf Highheels ganz schön sexy.
Stimmung kommt auf bei der jordanischen Dabke, die uns das Duo Tara und Shafeek aus England präsentiert. Das ist nicht nur gehüpft wie gesprungen, das ist richtig gut! Tara sehen wir an diesem Abend noch mit einem Khaleegy-Solo, und auch Shafeek ist noch einmal alleine dran. Mit seinem getanzten Trommelsolo  rockt er das Haus.
Leyla Jouvana und ihr Mann Roland sind ein prima eingespieltes Team auf der Bühne. Zunächst sehen wir ein klassisches Thema, getanzt von Leyla, dem folgt eines ihrer ebenso berühmten wie heiß erwarteten Trommelsoli mit 1001 Shimmie-Variationen, bei dem sie von Ihrem Mann auf der Tabla begleitet wird.

Im schlichten Hosenkostüm sehen wir Sefirah aus Ungarn mit einem leidenschaftlichen Tango Oriental. Ihr zweiter Beitrag an diesem Abend ist ein rassiges, knackiges und technisch sehr schön getanztes Trommelsolo.

Die Chillis überraschen mit zwei Schleiern, einen zum Tanzen und einen vor dem Gesicht. Ihr „Raqs Surprise“ ist eine hübsche Mischung aus OT und Zeitgenössischem. Die Gruppe gehört zu Azad Khan, der es sich auch nicht nehmen lässt, zum Abschluss der Darbietung seiner Damen noch ein weiteres Solo zu tanzen. Und auch die Chillis „hauen noch einen raus“. In  Anzughose und geknoteter Bluse tanzen sie einen richtig frechen orientalischen Hip-Hop.

Zum Abschluß der Show sehen wir noch einmal Shahrazad und ihre Salomons Töchter.  Sie erzählen uns tänzerisch die Geschichte von Odysseus und den Sirenen. Das sind die mit den schönen Stimmen, Odysseus am Schiffsmast festgebunden, seine Mannschaft mit Ohrenstöpseln ...  Der Beitrag ist sowohl ein Augen- als auch Ohrenschmaus.

Das war die tolle Gala-Show vom Freitag, aber es geht ja noch weiter...

Ensemble Salomons Töchter (D)
Ensemble Leyla Jouvana (D)
Selma (Türkei)
Ensemble Leyla Jouvana (D)
Iva und Margi (Kroatien)
Azad Khan (D)
Nabila (Österreich)
Ensemble Raks Pro (Belgien/Niederlande)
Serap Su (Türkei)
Shahrazad (D)
Samara Hayat (Spanien)
Ensemble Ya Salaam (Österreich)
Tara & Shafeek (England)
Shafeek Ibrahim (England)
Tara (England)
Roland und Leyla Jouvana (D)
Sefirah (Ungarn)
Ensemble Salomons Töchter (D)
Chillies (D)

ES LEUCHTEN DIE STERNE AM FIRMAMENT...

Die „European Oriental Superstars“ am Tanzhimmel der World of Orient

Hannover, 11. und 12. März 2011

von Konstanze Winkler