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Photos © Konstanze Winkler
Anita Blake ist gebürtige Ukrainerin und lebt seit einigen Jahren in Deutschland. Sie kennt die Tanz-Szenen in diesen Ländern, und es war ihr schon immer ein Herzenswunsch, beide miteinander zusammenzubringen. Letztes Jahr hatte sie zu ihrer ersten Veranstaltung dazu die bedeutende ukrainische Tänzerin Taisa eingeladen, in diesem Jahr kam die führende Tänzerin und Veranstalterin der Ukraine, Maria Fomina. Dazu eine weitere Deutsch-Ukrainerin, Masha Shushera, und mit Blick in die andere Richtung, zwei Künstlerinnen aus den Niederlanden, Aveyanda Skye und Nadira Swelsen. Dazu die Creme der deutschen Tribal und Tribal Fusion-Szene. Und als wäre das alles nicht genug, hat Anita auch eine Duo-Partnerin aus Japan, Asuka. Wir wünschen uns sehr, daß dies noch lange so weitergeht.
Den Anfang macht natürlich die Hausherrin, Anita mit ihrer Tanz-Partnerin Asuka, gemeinsam die Lamia Dance Company. Mit Zimbeln bieten sie ATS®, schließlich hatte Anita nur wenige Wochen zuvor in Kalifornien ihr „Teacher’s Training“ erworben und war auch noch in den Rang einer „Sister School“ erhoben worden. Das Duo mit der Japanerin Asuka bewegt sich ebenso hübsch wie anmutig. – Im folgenden Stück tanzt Anita geheimnisvoll und exotisch mit einem Säbel, während Asuka sie mit passenden Figuren als Chorus begleitet. Daraus entwickelt sich – nun ohne Säbel – ein ATS®-Duo, in dem sich beide in der Führung abwechseln.
Als nächstes eine Solo-Darbietung von Masha Shushera, ebenfalls in der Ukraine gebürtig, aber mit dem Blut vieler Völkerschaften in den Adern. Sie bietet einen teils verträumten, teils mystischen Tribal Fusion mit psychedelischem Beiklang, der ebenso gefällt wie fesselt. – Danach die Gruppe Mandára aus dem Köln-Bonner Raum, die zu ihrem eigenen Stil gefunden hat. Auch haben sich Führungsstrukturen herausentwickelt, und so ist die Truppe auf einem guten Weg, vor allem mit diesem Tribal-Fusion-Stück.
Aus Holland kommt Nadira Swelsen (mittlerweile Nadira Kanar), und man sieht die junge Künstlerin (sowohl nach Dienstjahren wie auch nach Lebensjahren) häufiger auf deutschen Bühnen. Sie braucht noch etwas mehr Selbstsicherheit beim Auftritt, dann wird bestimmt auch ihre Ausstrahlung stärker. Ihr Tribal Fusion ist jedenfalls gut angekommen. – Sway ist ebenfalls eine junge Künstlerin, die aber schon einige Tanzerfolge vorzuweisen hat (immerhin ist sie Mitglied bei Shahrazads „Salomons Töchter“). Sie vermischt Balletteskes mit Tribal, versteht sich auf feine bis zarte Bewegungen.
Es wird voll auf der Bühne, mit immerhin neun Tänzerinnen rücken Ras el Hanout an. Urban Streetdance Tribal möchte man das spontan nennen, was die Mädels aus Düsseldorf und vom Nieder- rhein mit einigen Tempowechseln rockig und temperamentvoll auf die Bühne zaubern.
Anita Blake erscheint zum Solo-Stück, kommt uns dämonisch und gibt Hexe und Verführerin zugleich. Unglaublich, wie wandlungsfähig diese noch recht junge Tänzerin ist, und man könnte meinen, hier habe sich eine Zigeunerin die Seele aus dem Leib getanzt.
Einer der Stars der ukrainischen Tanz-Szene, Festvial-Veranstalterin Maria Fomina aus Kiew, lässt sich nun von Dub-Step-Musik zu einem langsamen Tanz begleiten, dessen beinahe hypnotische Eindringlichkeit sich langsam steigert und ihr Gelegenheit gibt, hier und da mit dem Publikum zu flirten. – Manca Pavli, Tribal-Fusion-Star aus Slowenien hat sich eine ungewöhnliche Musik ausgewählt, um dazu etwas zu geben, was wir gern „Workout“-Tribal Fusion nennen möchten. Sehr vehement und weiblich.     
Die zweite Runde eröffnet Masha in einem schönen Kostüm, in das sich Zigeunerin und Piratin teilen, und gibt zu  mystisch orientalischen Klängen einen Säbeltanz. So wie sie den Säbel handhabt, merkt man ihr an, daß sie auch als Zirkusartistin tätig ist. Spielerisch geht sie an die Klinge heran, nicht so wie andere, die viel zu wenig mit der Waffe anzufangen wissen. – Ihr folgt Cristina Zegarra, eine der führenden deutschen Tribal Fusion-Tänzerin mit einem typischen „Cristiner“, in dem sie das ganze Publikum einfängt und mit auf eine Reise in eine andere, eine träumerische und elegische Welt nimmt.
Die Pause ist uns willkommen, um die verschiedenen Eindrücke zu verarbeiten und das vielfältig begeisternde Gesehene sacken zu lassen.
Inga Petermann, ebenfalls eine der „Jungen Wilden“, der Avantgarde des deutschen Tribal Fusion, verwöhnt uns mit einem erhaben eleganten Fantasy-Stück mit Tempowechseln und spanischen Einsprengseln. Flamenco-Tribal Fusion eben. – Seit über zwölf Jahren bestimmen sie den Tribal Fusion mit, die Gruppe Shir o Shakar vom Niederrhein. Ihrem Tribal Fusion merkt man an, daß sie sich ihm immer schon vom Tribal her genähert haben, und was man heutzutage nicht mehr oft sieht, indische Tanz- und Musikmotive bestimmen die Darbietungen dieser Gruppe.
Die Deutsch-Italienerin Giuliana Angelini, eine weitere Galeonsfigur der „Jungen Wilden“, trägt uns ausnahmsweise kein trauriges, schmerzerfülltes Stück vor, sondern ein kämpferisch nach vorne weisendes und ausdrucksstarkes, das den beziehungsreichen Titel „Geburt“ trägt: Ein Vogel schlüpft und erhebt sich selbstbewußt in den Himmel.

Aveyanda Skye zählt zu den führenden Tribal Fusion-Künstlerinnen aus den Niederlanden und zerdonnert den Saal mit einem alten Blues-Rock-Hammer von Led Zeppelin, „I Can’t Quit You, Babe“, und man merkt ihr an, daß sie eine besondere Beziehung zu dieser Musik hat. Ihr anschließendes zweites Stück ist ein eher traditionelles Tommel-Solo.
Noch einmal Nadira Swelsen, jetzt mit einem flüssig vorgetragenen Tribal Fusion, und jetzt kann sie auch leichter Gefühle und Stimmungen zum Ausdruck bringen. – Die beiden „Sister School“-Meisterinnen Anita Blake und Maria Fomina verzaubern uns jetzt im ATS®-Duo, mit Zimbeln und Tribal auf Balkan-Grundlage. Als höfliche Gastgeberin läßt Anita ihrer Kollegin bei der Führung den Vortritt, und da geht mehr als nur die Post ab.
Manca Pavli tanzt jetzt zu Dub Step-Klängen mit einem Tribal Fusion als Anschauungsmaterial für ihren typischen Tanzstil.
Und zum großen Finale kommen alle Künstlerinnen noch einmal auf die Bühne und schenken uns einen Riesen-ATS®, bei dem alle
einen dichten Chorus bilden, aus dem immer wieder neue Tänzerinnen (zu zweit, zu dritt) nach vorne kommen, um sich von einer
der ihren führen zu lassen. Was für ein schöner Schlusspunkt!

Anita Blake gelingt es auch bei ihrem zweiten „Zaghareet“, Ost und West tänzerisch miteinander zu verbinden, diesmal um
die niederländische Flanke verstärkt. Ein Tribal-Abend mit fast allen Facetten dieses Tanzstils.
Was diese Frau so alles kann.

Homepage Anita Blake: www.lamiadance.com/de
Zaghareet Fest: www.zaghareet-fest.eu
Grafik/WebDesign: Konstanze Winkler
Finale
Nadira Swelsen
Manca Pavli
Manca Pavli
Aveyanda Skye
Anita Blake & Maria Fomina
Giuliana Angelini
Shir O Shakar
Masha Shushera
Cristina Zegarra
Inga Petermann
Manca Pavli
Anita Blake
Maria Fomina
Sway
Nadira Swelsen
Ras El Hanout
Mandára
Masha Shushera
Lamia Dance Company
Anita Blake
OST UND WEST UND MITTE
2. Zaghareet-Fest von Anita Blake
Düsseldorf, 23. Mai 2013

von Marcel Bieger